Nach Unfall auf Spielplatz : Anzeige gegen Bönningstedter Bürgermeister

Von den Balken des Klettergerüsts stürzte  der Junge kopfüber zu Boden.
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Von den Balken des Klettergerüsts stürzte der Junge kopfüber zu Boden.

Ein böser Sturz mit Folgen: Die Mutter des verunfallten Jungen stellt Strafantrag gegen Peter Liske wegen fahrlässiger Körperverletzung.

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20. November 2013, 16:00 Uhr

Den Anruf, der die Bönningstedterin Frauke Foth am 25. September erreichte, wird sie so schnell nicht vergessen: Ihr Sohn Morten (8) sei verunglückt, sie solle sofort zur Grundschule an der Kieler Straße kommen. „Er war auf dem Kletterturm vor der Schule ausgerutscht und kopfüber hinuntergestürzt“, berichtet die Mutter. Dabei zog sich der Junge einen komplizierten Bruch am linken Unterarm zu und wurde noch am selben Tag operiert.

In einer E-Mail wies Foth am 2. Oktober den Bürgermeister der Gemeinde, Peter Liske (BWG), darauf hin, dass das Gerät vermutlich in unsachgemäßem Zustand sei. Insbesondere hinsichtlich des so genannten Fallschutzes unter dem Gerät: „Bei dieser Höhe müssen mindestens 30 Zentimeter Sand unter dem Kletterturm sein, zumindest ist das die gesetzliche Vorschrift“, erklärt Foth. Zwar habe sie noch am selben Tag einen Anruf des Bürgermeisters erhalten, in dem er Genesungswünsche überbrachte und versicherte, sich umgehend zu kümmern, doch passiert sei daraufhin – nichts. „Das Gerät wurde nicht gesperrt“, ist sich Foth sicher.

„Das Gerät wurde sofort gesperrt“, sagt dagegen Liske im Gespräch mit dieser Zeitung. Außerdem habe es in der darauf folgenden Woche eine Begutachtung gegeben. Mit dem Ergebnis, dass das Gerät in Ordnung sei und die Sperrung wieder aufgehoben wurde. „Ich kann hier keinen formalen Fehler erkennen“, sagt Liske, der als Bürgermeister für öffentliche Spielplätze die Verantwortung trägt.

Am 28. Oktober schließlich wollte es eine andere besorgte Mutter genauer wissen. „Sie nahm eine Schaufel und stellte fest, dass an einigen Stellen der Fallschutz nicht mehr als zehn Zentimeter betrug“, berichtet Foth. Daraufhin habe der Hausmeister der Schule das Spielgerät umgehend gesperrt. „In den darauf folgenden Tagen wurde der vorhandene Sand aufgelockert und durch einen Mitarbeiter des Bauhofs neuer Sand aufgeschüttet“, so Foth. Erst am 7. November sei das Gerät schließlich wieder freigegeben worden.

Wenige Tage später habe sie sich auf Anraten eines Anwaltes Strafantrag und Strafanzeige gegen den Bürgermeister wegen fahrlässiger Körperverletzung gestellt. „Auch um mögliche Schadenersatzforderungen geltend machen zu können“, sagt die Mutter. Denn noch sei nicht klar, ob Schäden an Mortens Arm zurückblieben. „Das wäre fatal: Er ist Linkshänder“, so Foth.

Auf die schriftliche Nachfrage, wann genau und durch wen eine Begutachtung stattfand, mochte Liske mit Hinweis auf das schwebende Verfahren keine Stellung beziehen. Auch von Seiten der Quickborner Verwaltung wurden diese Fragen bislang nicht beantwortet.

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