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Baupläne im Amselweg : Anwohner in Quickborn wehren sich

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Nachbarn üben Kritik am B-Plan „Gertrudenhof“. Interessengemeinschaft Amselweg gegründet.

shz.de von
erstellt am 26.Jun.2015 | 12:30 Uhr

Quickborn | Die Eigentümer von zehn Grundstücken im Amselweg und in der Feldbehnstraße haben eine Interessengemeinschaft (IG) gegründet, um sich gegen den Bebauungsplan Nummer 106 „Gertrudenhof“ zur Wehr zu setzen. Auf dem Areal südlich der Feldbehnstraße, westlich der an der Feldbehnstraße gelegenen Waldfläche und nördlich des Amselwegs plant die Quickborner Firma Schaffarzyk insgesamt 92 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern mit bis zu drei Geschossen plus Staffelgeschoss.

Mit diesen Höhen können sich vor allem die betroffenen Anwohner am Amselweg überhaupt nicht anfreunden. „Unsere Grundstücke sind alle gemäß Baurecht enstanden. Dadurch  haben wir alle Nordgärten“, erläutert Thorsten Studemund, einer der Sprecher der neu gegründeten IG Amselweg, und fährt fort: „Und jetzt sollen plötzlich drei- bis viergeschossige Häuser davor stehen und aus 13 Metern Höhe gucken uns die Leute in unsere Gärten?“ Studemund und seine Mitstreiter sehen ihre Privatsphäre gefährdet – und befürchten weitergehende Folgen: „Ein gravierender Punkt ist die Wertminderung unserer Grundstücke. Was sind die denn noch wert, wenn unmittelbar davor ein viergeschossiges Haus hochgezogen wird?“, fragt Studemund rhetorisch.

Der aktuelle Entwurf ignoriere die Auflage der Stadt, den „Übergang zur Kleinstrukturierung des Amselwegs“ zu erfüllen, heißt es in einer Mitteilung der IG. „Wir sind nicht gegen die Bebauung des Gertrudenhofs an sich“, stellt Studemund klar. „Aber so geht es nicht.“ Ein Rechtsbeistand soll die IG nun unterstützen.

Anwohner gründen IG

Der Bebauungsplan (B-Plan) Nummer 106 „Gertrudenhof“ der Stadt Quickborn sorgt seit Monaten für Diskussionen unter Anwohnern des Gertrudenhof-Areals. Nun haben Eigentümer von zehn Grundstücken des Amselwegs und der Feldbehnstraße die Interessengemeinschaft (IG) Amselweg gegründet, um sich gegen Teile der Baupläne zu wehren.

„Die Anwohner des Amselwegs sollen nach den Entwürfen des Investors tolerieren, dass die neuen Nachbarn aus dritter und vierter Geschosshöhe zukünftig freien Einblick in ihre Nordgärten bekommen“, schreiben die Sprecher der IG, Thorsten Studemund und Daniel Vorstheim, in einer gemeinsam unterzeichneten Presseerklärung. „Diesem Vorhaben wollen die Anwohner nun in Geschlossenheit und Entschlossenheit entgegen treten.“

Anerkannter Unternehmer

Wichtig ist der IG dabei die Abgrenzung von generellen Bedenkenträgern. „Wir möchten keine Gemeinschaft von Dauernörglern sein“, betonen Vorstheim und Studemund. Vielmehr sei das Bauvorhaben im Herzen der Stadt „im Interesse aller Bürger Quickborns“. Der Investor, die Firma Schaffarzyk, sei „ein anerkannter Quickborner Unternehmer, der bewiesen hat, dass er auch formschöne Häuser baut“. Das sei der Sache nur dienlich.

Allerdings gibt es für die IG ein großes „Aber“: den aktuellen Entwurf des B-Plans. Laut dem will der Investor auf dem 1,4 Hektar großen Areal südlich der Feldbehnstraße, westlich der an der Feldbehnstraße gelegenen Waldfläche und nördlich des Amselwegs 92 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern mit bis zu drei Geschossen plus Staffelgeschoss bauen. Der Entwurf war zuletzt am 19. Mai im Zuge der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung vorgestellt worden.

Limitierte Bautiefe und Bauhöhe

Dieses Verfahren bezeichnen Vorstheim und Studemund in ihrer Mitteilung zwar als „professionell“, jedoch mehrten sich „Kommentare seitens der Verwaltung und des Bürgermeisters, wonach die Öffentlichkeitsbeteiligung eher eine Formsache ohne Berücksichtigung wird“. Außerdem ignoriere die aktuelle Vorlage, „dass die Auflage der Stadt ,Übergang zur Kleinstrukturierung des Amselweg‘ zu erfüllen war.“ In den Augen der IG heißt dies konkret: Drei- bis viergeschossige Mehrfamilienhäuser mit Südbalkonen in nächster Nähe zu flachen Bungalows mit Nordgärten vertragen sich nicht – Stichwort Privatsphäre.

Diese gelte es nun zu schützen, so die IG. Denn von Seiten des Bauamts sei über Jahrzehnte bis 2014 eine limitierte Bautiefe und Bauhöhe gefordert worden, erläutern die IG-Sprecher. Dies habe zur Folge gehabt, dass sämtliche Gärten nach Norden auszurichten waren. „Die zentrale Forderung der Interessengemeinschaft Amselweg ist deshalb“, formulieren Vorstheim und Studemund, „dass die Nordgärten nun auch zu schützen sind. Unserer Ansicht nach kann es entlang aller Grundstücksgrenzen nur zwei Vollgeschosse ohne Ausbau oder Staffelreserve geben.“

Die Auslegung des überarbeiteten Entwurfs war währen der Versammlung im Mai für Herbst angekündigt. Bis dahin wollen die IG-Mitglieder einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen, die Kosten dafür sollen geteilt werden.

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