„Punkt 11“ : Ansgar Kirchengemeinde möchte mit neuem Gottesdienst-Format mehr Besucher ansprechen

Präsentierten die neue Gottesdienst-Reihe der Öffentlichkeit: Nina Lewioda (von rechts), Silke Remer und Jörn-Detlef Dau-Schmidt.
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Präsentierten die neue Gottesdienst-Reihe der Öffentlichkeit: Nina Lewioda (von rechts), Silke Remer und Jörn-Detlef Dau-Schmidt.

Auch Menschen, die mit dem missionarischem Ansatz der Liturgie wenig anfangen können, sollen angesprochen werden.

shz.de von
01. März 2018, 13:30 Uhr

Ellerau | In der Ellerauer evangelischen Ansgar Kirchengemeinde findet am Sonntag, 11. März, erstmals ein Punkt-11-Gottesdienst statt. Er zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass die gewohnte Liturgie einem veränderten Ablauf weicht. Dadurch sollen auch Menschen angesprochen werden, die kirchlich gar nicht oder nur wenig sozialisiert sind, denen Gottesdienste also eher fremd sind. Vorteil der anderen Struktur: Es wird kein liturgisches Wissen vorausgesetzt, niemand muss den Text des Glaubensbekenntnisses oder Vaterunsers auswendig rezitieren können. „Wir hoffen, dass dieses Angebot ermutigt, sich auf den Weg in unsere Kirche zu machen, selbst wenn jemand lange nicht mehr dort war“, sagte Pastor Jörn-Detlef Dau-Schmidt.

Sinkende Mitgliederzahlen

Es ist eine der Fragen, mit denen sich Kirche in Zeiten sinkender Mitgliederzahlen zwangsläufig beschäftigen muss: Welche Funktion soll der Gottesdienst in Zukunft erfüllen – gemeindenahe Besucher ermutigen und erbauen oder den Glauben bei gemeindefernen, kirchendistanzierten Menschen wecken? Die Ellerauer Ansgar Kirche gehört zu denen, die für sich bereits eine Antwort gefunden haben. Und sie lautet schlicht: Beide Gruppen müssen Gehör finden, die Gottesdienste entsprechend auf die unterschiedlichen Bedürfnisse abgestimmt werden. Der darin vorgezeichnete Weg wird zunehmend konsequent beschritten, sei es in den Jugendgottesdiensten oder eben den besucherorientierten Gottesdiensten wie dem „Punkt 11“.

„Zuhause im Glück?! Einzug in ein neues Leben“ lautet sein Titel. Wer dabei an die gleichnamige Fernseh-Doku denkt, liegt durchaus richtig – die Assoziation ist gewollt. Aber natürlich geht es weniger um den Umzug in neue vier Wände oder eine neue Tapete. „Es geht um das Thema Zuhause im weitesten Sinn, darum, was es bedeutet in Gottes zu Hause zu sein“, sagt Silke Remer, die zusammen mit ihrem Mann Stephan, Nina Lewioda und Annette Kahl das Organisationsteam bildet. Sie möchten die Frage stellen, was die Menschen jenseits des Konsums und der materiellen Werte wirklich glücklich macht? Der Gottesdienst wird im besten Fall Antworten liefern können.

Besucher werden mitgenommen

Bei der Suche danach werden die Besucher mitgenommen, sollen zuhören, staunen, sich freuen und gern auch genießen. „Das Konzept ist toll. Wir beginnen mit einem Anspiel von bis zu zehn Minuten, in dem das Thema erläutert wird. Darauf nimmt die Predigt später Bezug“, sagt Lewioda. Für sie ist ausnahmsweise nicht Pastor Jörn-Detlef Dau-Schmidt, sondern mit Jan-Philipp Köhler ein junger Mann zuständig, der das Team der Kirche derzeit als Praktikant verstärkt.

Die Predigt gehört zu den Elementen, die aus der herkömmlichen Liturgie für diesen Gottesdienst übernommen wurden, ebenso wie einige Gebete und das Element der gemeinsam gesungenen Lieder. „Die sind eingängig und leicht zu lernen, selbst wenn man sie nicht kennt“, so Remer. Außerdem dürfen sich die Besucher auf einen Trailer freuen, der während der Premiere das erste Mal gezeigt wird. Es ist ein Videoclip, der quasi zu einem Logo dieser Gottesdienste werden soll. „Wir planen, Punkt-11-Gottesdienste zwei Mal im Jahr anzubieten, und jedes Mal werden wir diesen Trailer zeigen“, sagt Remer. Verraten sei über Machart und Inhalt nur so viel: Er ist witzig, hat einen hohen Wiedererkennungswert und einen trockenen Humor, wie er spätestens seit der Flensburger-Werbung legendär ist. Der Gottesdienst am 11. März beginnt selbstverständlich um 11 Uhr, findet in der Ellerauer Ansgar Kirche, Berliner Damm 14, statt und endet mit einem Imbiss. Geplant ist ein Angrillen. Willkommen ist unabhängig von einer Kirchenmitgliedschaft oder der Religionszugehörigkeit jeder.

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