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Debatte in Quickborn : Annabell Krämer will Befürchtung einer Bevorzugung von Geflüchteten bei der Kitaplatzvergabe ausräumen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Krämer bittet die Verwaltung darum, das System der Vergabe von Kindergartenplätzen in Quickborn schriftlich zu erläutern.

von
erstellt am 03.Mär.2016 | 12:30 Uhr

Quickborn | Wie sollte die Politik mit Neid gegenüber Flüchtlingen umgehen? Die Ansichten dazu gehen in Quickborn auseinander. Die FDP-Bürgermeisterkandidatin Annabell Krämer brachte mit einem Antrag zu dieser Frage am Dienstag gleich den gesamten Sozialausschuss gegen sich auf. Am Ende hielt nur sie an dem Antrag fest. Die anderen sechs Mitglieder stimmten dagegen.

Krämer wollte die Verwaltung darum bitten, das System der Vergabe von Kindergartenplätzen in Quickborn schriftlich zu erläutern. Vor allem ihre Begründung stieß auf Ablehnung: Zum einen würden immer mehr Bürger vermuten, dass die Kinder geflüchteter Menschen bei der Vergabe bevorzugt werden würden. Zum anderen werde das System der Platzvergabe oft als intransparent bezeichnet.

Carsten Möller, Leiter des Fachdienstes Kindertagesstätten, betonte: „Flüchtlingskinder haben genauso einen Anspruch auf Krippen- und Elementarplätze und werden nicht bevorzugt aufgenommen.“ Zurzeit lebten in Quickborn zehn Flüchtlingskinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Sieben davon besuchten eine Kita. Zwölf geflüchtete Kinder hätten einen Anspruch auf einen Krippenplatz. Kaum eines nähme ihn aber wahr.

Bernd Weiher (CDU) reagierte mit Befremdung auf Krämers Antrag. „Sie stellt damit die Verwaltungskompetenz infrage“, sagte er gegenüber dieser Zeitung. Das System sei transparent. In jeder der acht Kitas tage einmal jährlich der Arbeitsausschuss mit Vertretern der Politik, der Verwaltung, der Eltern und der Einrichtungsleitung. In demselben Rhythmus trete der Gesamtelternbeirat zusammen. Beide Gremien diskutierten über Grupppengrößen, Wartelisten und Gebühren. Möller beantworte auch Fragen zu den Vergabekriterien. „Das ist aus meiner Sicht transparent genug“, sagte Weiher.

Astrid Huemke (SPD) bezeichnete Krämers Begründung als grenzwertig. „Das ist eine Art der Diskriminierung“, sagte sie. Wenn Eltern an der Vergabe zweifelten, könnten sie sich bei der Kita-Leitung informieren. Krämer betonte ihre Übereinstimmung mit den anderen Ausschussmitgliedern: „Unser Ziel mit dem Antrag ist, zu sagen: Leute, es läuft ordentlich“, sagte sie.

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