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Bönningstedt : Anlieger wollen keinen Supermarkt

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Auf dem Gelände von Ford Bunge an der Kieler Straße soll nach dem Willen eines Investors ein Edeka-Discounter entstehen.

Bönningstedt | Geht es nach dem Willen von Wolfgang Büttner, platzt das Bönningstedter Kulturzentrum heute Abend (Donnerstag) aus allen Nähten: Mit einem Flugblatt fordert der Bewohner eines Reihenhauses in der Ahornstraße die Bönningstedter auf, zur Sitzung des Gemeinderats (ab 19.30 Uhr) zu erscheinen, um gegen den geplanten Bau eines Edeka-Supermarkts an der Kieler Straße zu protestieren. Auf der Tagesordnung der Gemeindevertreter steht die Änderung des Flächennutzungsplans – um den Weg frei zu machen, auf dem derzeitigen Gelände des Autohauses Bunge einen Lebensmittelmarkt zu errichten.

„Das Projekt ist eine Katastrophe für Bönningstedt und konträr zum Dorfentwicklungskonzept“, sagt Büttner. Er sieht durch das Projekt nicht nur den dörflichen Charakter Bönningstedts gefährdet, sondern befürchtet einen Verkehrskollaps. „Es ist mit 750.000 Kunden pro Jahr zu rechnen, damit sich so ein Markt überhaupt lohnt“, behauptet der Anlieger.

Auch ein „Runder Tisch“, zu dem Bürgermeister Peter Liske (BWG) und die BWG-Fraktion für Dienstagabend eingeladen hatten, vermochte Büttners Bedenken nicht zu zerstreuen. „Wir wollten die Argumente der betroffenen Bürger kennen lernen“, sagt Liske. „Die Politiker der BWG haben sich völlig disqualifiziert“, war jedoch Büttners Resümee der Gespräche. Weder seien Fakten präsentiert worden noch die Nöte und Ängste der Anwohner ernst genommen worden. „Zu diesem Zeitpunkt können wir keine konkrete Planung präsentieren, wir benötigen mehr Fakten“, argumentiert Liske. Dazu zählten unter anderem ein Verkehrskonzept, ein Lärmgutachten und eine Evaluation zur möglichen Wertminderung der Anlieger-Grundstücke.

„Ich kann nicht sagen, ob der Markt kommt oder nicht, es geht im ersten Schritt lediglich darum, den Aufstellungsbeschluss zu fassen, damit wir überhaupt darüber reden können“, so Liske weiter. Über die frühzeitige Bürgerbeteiligung solle Transparenz geschaffen und die Wünsche der Bürger mit in die weiteren Planungen einbezogen werden. „Ich will nicht, dass die Anlieger über den Tisch gezogen werden“, betont das Dorfoberhaupt.

Das scheint indes bei den Gegnern nicht angekommen zu sein. „Meine Frage an einen Politiker, ob er in einem Haus neben einer sechs Meter hohen Wand wohnen wolle, beantwortete der damit, dass sich ihm diese Frage nicht stellen würde, da er ohnehin nie in ein Reihenhaus einziehen würde“, ist Büttner empört. Auch die Nachfrage, ob nicht eine Wohnbebauung möglich sei, wurde verneint. „Mit dem Argument, dass dann Familien mit Kindern dorthin ziehen und die Kapazität des Kindergartens und der Grundschule erweitert werden müssten“, berichtet Büttner.

Gelassen sieht indes die Grünen-Vorsitzende Resy de Ruijsscher die Pläne: „Ich glaube nicht, dass die Landesplaner in Kiel einem weiteren Supermarkt in Bönningstedt zustimmen werden“, so ihre Prognose.

Tim Bunge, Geschäftsführer des Autohauses, bestätigt, dass das Betriebsgelände bereits an einen Investor verkauft wurde. „Wir verändern unseren Standort, werden schicker, kleiner und moderner“, kündigt er an. Die Arbeitsplätze in seinem Betrieb blieben erhalten, so Bunge weiter. Der Zeitplan allerdings hänge jetzt von den Regularien ab.

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erstellt am 13.Feb.2014 | 13:30 Uhr

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