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Quickborner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 16:49 Uhr

Quickborn : Angeblich nicht nur gut für Bienen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

AG Leben des Stadtmarketings Quickborn schlägt vor, dass Grasflächen Wildkräuterwiesen weichen. Stadt soll dadurch Geld sparen.

Quickborn | „Quickborn blüht auf“: So lautet der Titel eines Konzeptes, das die Arbeitsgruppe Leben des Stadtmarketings ausgearbeitet und jüngst einem kleinen Kreis von Vertretern der Politik und Verwaltung präsentiert hat. Der Plan: Grünflächen sollen Wildkräuterwiesen weichen. „Kaum jemand wird sagen wollen, dass das triste Straßenbegleitgrün und die lieblos dahingrünenden Rasenflächen der Stadt eine Augenweide sind“, sagte Peter Gudelius, Mitglied der AG Leben und maßgeblich verantwortlich für die Idee, der Eulenstadt auf diese Weise zu mehr Attraktivität zu verhelfen. „Quickborn hier Gleichgültigkeit vorzuwerfen, mag übertrieben erscheinen. Aber es geht eben auch anders“, so Gudelius.

Andere Kommunen hätten den Reiz bunter Wiesen entdeckt, sagt Gudelius. Konkret spielt er auf Henstedt-Ulzburg an. Die Gemeinde im Kreis Segeberg hat vor einiger Zeit großzügig „Blüh- und Bienennährflächen“ ausgewiesen. Damit würde zum einen ein Paradies für Bienen und Insekten geschaffen. Aber gleichzeitig betonte er auch noch etwas anderes: „Wildkräuter sind nicht nur schöner, sie verursachen auch weniger Kosten.“ Laut Gudelius spart Henstedt-Ulzburg jährlich Ausgaben in Höhe von 100  000 Euro ein – aufgrund des verminderten Pflegebedarfs der Flächen. Bauhof-Chef Arnim Steffens wollte sich auf Anfrage dieser Zeitung nicht zu diesem Thema äußern.

„Je weniger man Flächen pflegen muss, desto geringer sind die Kosten natürlich“, sagte stattdessen der Lübecker Stadtsprecher Marc Langentepe. Die Hansestadt gilt den Mitgliedern des Quickborner Stadtmarketing-AG ebenfalls als Vorbild in Bezug auf die Ausweisung von Wildkräuterwiesen. Wie hoch die eingesparte Summe sei, könne er aber nicht sagen, so Langentepe. Außerdem relativierte er den Zusammenhang zwischen „Unkraut“ und geringeren Kosten. „Früher wurden die städtischen Rasenflächen einfach öfter gemäht, heute wird das nur noch zwei- bis dreimal pro Jahr gemacht“, sagte er.

Der AG Leben geht es wohl aber vor allem um eines: Quickborn attraktiver machen. „Der erste Schritt ist getan, die Politik will sich jetzt damit befassen“, sagt Gudelius. Im nächsten Hauptausschuss soll das Konzept zur Sprache gebracht werden. Darin nennen die Mitglieder auch geeignete Flächen wie etwa das Wohngebiet an der Hans-Heyden-Straße oder die Brachfläche neben dem Netto-Markt in Quickborn-Heide. Zunächst müssten aber die Eigentumsverhältnisse geklärt werden. „Da ist noch eine Menge zu tun“, sagt Gudelius. Zuversichtlich ist er dennoch: „Man muss erstmal sagen, wir wollen das, dann findet man auch Wege.“ Stadtsprecher Jochen Lattmann sich gestern nicht äußern.

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