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Quickborner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 09:55 Uhr

Quickborn : An den Trümmern des Teehauses

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Gemeinschaft des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums wünscht sich einen raschen Wiederaufbau nach dem Brand.

shz.de von
erstellt am 27.Apr.2017 | 12:00 Uhr

Quickborn | Sie wollen ihr Teehaus wieder haben: Mehr als zwei Wochen, nachdem ein Feuer den beliebten Treffpunkt auf dem Gelände des Quickborner Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums vernichtete, haben sich gestern Schüler, Lehrer, Mitglieder der Elternschaft und des Fördervereins sowie Bürgermeister Thomas Köppl getroffen, um ein Zeichen zu setzen. „Wir müssen in den nächsten Wochen immer wieder deutlich machen, wie sehr uns das Teehaus fehlt“, rief Lehrer Matthias Junge den Schülern zu.

In seinen Worten schwang die Sorge mit, das Teehaus, das für viele mehr ist als nur ein kleines Holzhaus, könne der Vergangenheit angehören, möglicherweise durch eine kostengünstigere Variante oder eben gar nicht mehr ersetzt werden. Diese Befürchtungen teilt offenbar auch Schulleiterin Angelika Lahrs. „Wir haben erlebt, wie lange es gedauert hat, das Teehaus nach den Verwüstungen 2015 instand zu setzen. Dadurch wissen wir, dass wir jetzt noch ein gutes Stück Weg vor uns haben“, sagte sie und motivierte die Schüler, für ihre Forderung nach einem Wiederaufbau einzutreten.

Zumindest Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) müssen sie nicht überzeugen. Bereits am Tag nach dem Unglück sprach er sich gegenüber unserer Zeitung für einen Wiederaufbau aus. Diesen Wunsch wiederholte er gestern. „Das Teehaus wurde intensiv genutzt und hatte auch deshalb eine besondere Bedeutung, weil es die Möglichkeit bot, die sonst eher nüchterne Schulatmosphäre mal zu verlassen“, sagte er. Noch immer, so der Verwaltungschef, mache ihn die Tat der beiden Jugendlichen fassungslos. „Sie haben etwas zerstört, was enorm wichtig für die Gemeinschaft war.“

Bürgermeister Thomas Köppl (r.), hier neben Lehrer Matthias Junge, gehörte zu den Teilnehmern an der Gedenk-Pause.
Bürgermeister Thomas Köppl (r.), hier neben Lehrer Matthias Junge, gehörte zu den Teilnehmern an der Gedenk-Pause. Foto: Claudia Ellersiek
 

Schülern und Lehrern machte er Mut in ihrer Forderung nach einem neuen Teehaus. Wie berichtet, war das architektonisch ganz besondere Holzhaus in der ersten Ferienwoche abgebrannt. Die Polizei verdächtigt zwei Quickborner Jugendliche der Tat. Noch wurden die Überreste nicht vom Schulhof entfernt, die Trümmer – gesichert durch Absperrgitter – liegen wie ein Mahnmal in der Ecke des Schulhofs, in dem das Teehaus bis vor zwei Wochen noch stand. Die Idee zu dem 30 Jahre alten Gebäude geht zurück auf eine Projektgruppe, die Ende der 1980er Jahre nach Möglichkeiten suchte, den Schülern einen besonderen Treffpunkt zu schaffen. Zuerst sei es ein Bauwagen gewesen, der zu diesem Zweck genutzt wurde, sagte Schulleiterin Lahrs. Dann entwarf ein Architekt das Holzhaus und griff dabei auf japanische Gestaltungselemente zurück. In dem Teehaus kamen die Schüler in den Pausen zusammen und versorgten sich mit Brötchen und Getränken oder nutzten Freistunden, um in der gemütlichen Atmosphäre zu lernen.

An diesen Orten wurde randaliert.

 

Ob es in seiner ursprünglichen Form wieder aufgebaut werden kann, ist ungewiss. „Wir wissen nicht, ob die Versicherungssumme dafür reicht“, so Angelika Lahrs. Aber in die Richtung solle es auf jeden Fall gehen. Vor allem die Eltern drücken aufs Tempo. „Nach den Sommerferien muss das stehen“, sagte Fördervereinsvorsitzende Sonja Rudolph. Mit ihr und weiteren Vereinsmitgliedern hat es nach Angaben von Matthias Junge bereits in den Ferien erste Gespräche über das weitere Vorgehen gegeben.

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