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Info-Stelen erinnern : Amerikanische Wohnsiedlung in Quickborn entstand in den 60er Jahren

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Das Quartier wurde 1963 bis 1964 nach Plänen des US-amerikanischen Architekten Richard Joseph Neutra angelegt.

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erstellt am 11.Jun.2016 | 10:00 Uhr

Quickborn | Der Ärger ist verraucht. Vor elf Jahren wehrten sich viele Quickborner gegen den Erlass des Denkmalschutzes für ihre Siedlung an der Marienhöhe. Gestern feierten sie die 67 Bungalows als Inbegriff modernen Stils.

Das Quartier wurde 1963 bis 1964 nach Plänen des US-amerikanischen Architekten Richard Joseph Neutra angelegt. Hilmer Goedeking, Vorsitzender der Richard-J.-Neutra-Gesellschaft, Michael Paarmann, Leiter des schleswig-holsteinischen Landesamts für Denkmalpflege, und der stellvertretende Bürgermeister Klaus-Hermann Hensel (CDU) präsentierten gestern eine Stele mit Informationen über die architektonische und städtebauliche Idee des Projekts sowie dessen Geschichte.

Paarmann betonte: „Die Siedlung Marienhöhe ist vielleicht der wichtigste Beitrag, der zur Architektur der internationalen Moderne im Land Schleswig-Holstein verwirklicht worden ist.“ Die Anlage gehöre zu Neutras wenigen europäischen Werken. Durch seinen luxuriösen Baustil habe er die Quickborner an dem Lebensgefühl der amerikanischen Highsociety teilhaben lassen wollen.

Der Landeskonservator erinnerte auch an den langen Streit um den Denkmalschutz der Gebäude. Die Bürger hatten ihre Eigentumsrechte in Gefahr gesehen. Die Stimmung wendete sich, als die Denkmalbehörde die Bewohner bei der Modernisierung beriet und die steuerlich begünstigte Abschreibung der Sanierungskosten bekannt wurde.

„Es ist nicht das Ziel des Denkmalschutzes, eine Entwicklung abzuschneiden“, erläuterte Paarmann. Stattdessen sollte die Besonderheit der Siedlung hervorgehoben werden. Er regte die etwa 20 Zuhörer an, das Quartier gemeinsam mit der Denkmalpflege weiterzuentwickeln. Die energetische Sanierung sei unter Beachtung der gestaltungsgebenden Kriterien möglich.

Goedeking erinnerte an die anfangs geringe Nachfrage nach den Häusern. „Das waren Ufos, die man nicht ganz verstanden hat“, sagte er. Ihre Qualität zeige sich aber in dem bis heute hohen Wohnkomfort. Hensel berichtete, dass die Baugesellschaft Bewobau damals den Absatz ankurbelte, indem sie jedem Käufer einen VW-Käfer schenkte.

An beiden Enden der Marienhöhe steht je eine Stele, gestaltet durch den Grafiker Christof Gassner. Die mehr als 10.000 Euro hohen Kosten trug vor allem die Kulturstiftung des Landes. Die Stadt legte die Fundamente.

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