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Quickborner Gastronomie : „Am letzten Tag weinten die Gäste“

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die Schließung von „Visit“ und „Quickborner Hof“ hinterlassen eine große Lücke. Zieht eine Spielhalle in die frei gewordenen Räume?

Der Quickborner Peter Jäger, ehemaliger Gast der Kneipe „Visit“, spricht wohl für viele Besucher: „Die Bewirtung war gut, der Salat mit Putenstreifen der Renner, am Wochenende gab es Bundesliga-Liveübertragungen und im Sommer lockte der Biergarten. Viele Feuerwehrmänner haben sich dort oft getroffen. Auch für viele jungen Leute und Sportsfreunde war es ein idealer Treffpunkt. Ich habe dort zwar keine Fußballübertragungen gesehen, aber der Biergarten wird mir und meiner Frau fehlen.“

Wieder ist Quickborn um ein Angebot ärmer: Die kleine gemütliche Kneipe an der Ecke, in die die Quickborner gingen, um ein Feierabendbier zu trinken oder Geschäftliches zu bereden, ist seit dem 23. Dezember geschlossen. „Am letzten Tag haben die Gäste geweint“, sagt Varahram Vardjavand, der „Toni“ genannt wird. Und das meint er nicht nur im übertragenen Sinn. Der Gastronom war Mieter des Lokals „Visit“ und des Hotels „Quickborner Hof“, das auch von der Schließung betroffen ist. Viele E-Mails habe er schon von ehemaligen Gästen bekommen, die das Aus der Kneipe beklagen.

Doch sein Entschluss ist endgültig. „Der Mietvertrag ist nicht mehr verlängert worden. Der Eigentümer wollte mehr Miete haben. Wir konnten uns nicht einigen. Es hat sich schon in den letzten drei bis vier Jahren finanziell nicht mehr gelohnt. Eigentlich hätte ich jetzt groß renovieren müssen. Aber nicht bei einer Mieterhöhung“, erläutert Vardjavand. Das Gastronomiegewerbe ist ein schwieriges Geschäft – das weiß auch der Quickborner. Er redet Tacheles: „Für das Sky-Fußball-Abo zahlte ich monatlich etwa 380 Euro. Die Gäste haben aber immer weniger verzehrt. Statt drei bis vier Getränke bestellten sie höchstens zwei“, sagt er.

Unterdessen spekulieren die Quickborner darüber, was mit den frei gewordenen Räumen geschieht. Weil neben dem „Visit“ bereits ein Casino und eine Spielhalle untergebracht sind, halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass das ganze Gebäude bald als Mega-Spielhölle genutzt wird. Der Eigentümer hält sich indes bedeckt, auch Vardjavand wisse nichts Näheres. „Uns liegt kein entsprechender Antrag vor“, sagte Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) auf Anfrage.

Tatsache ist, dass Quickborn finanziell durch die Aufstellung von mehr Spielgeräten profitieren würde: Die Politik hat Ende des Jahres den Vergnügungssteuersatz für Spiel- und Geschicklichkeitsgeräte erhöht.

 

 

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erstellt am 18.Jan.2014 | 16:02 Uhr

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