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Quickborn : „Alles für den Mülleimer gewesen“

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Jörn Kruse (CDU), Vorsitzender des Planungsausschusses, geht im Interview mit Johannitern hart ins Gericht und fordert schnelle Lösung für Schokogelände

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Herr Kruse, Sind Sie sauer, dass die Johanniter nicht auf der Schokogelände eine Schule bauen werden?
Jörn Kruse: Insbesondere über die mangelnde Kommunikation der Verantwortlichen bei den Johannitern bin ich sehr verärgert. Das haben Politik und Verwaltung so nicht erwartet. Die Politik hatte dem Projekt die höchste Priorität gegeben und sich sehr intensiv mit dem Vorhaben beschäftigt, und die Verwaltung hat sehr viel Zeit in die Planung investiert. Faktisch ist dies alles für den Mülleimer gewesen und wir müssen zurück auf Start und von vorne anfangen. Das finde ich sehr ärgerlich. Die Verantwortlichen bei den Johannitern haben sehr viel Vertrauen in Quickborn verspielt.

Wohin können die Johanniter denn jetzt noch?
Kruse: Mir sind keine Planungen oder Anfragen der Johanniter für einen anderen Standort bekannt.

Wie geht es dort jetzt weiter?
Kruse: Die Planungen fangen faktisch wieder von vorne an. Zunächst gibt es Gespräche mit dem verbliebenen Investor. Dann werden die Verwaltung und Politik beraten und eine Entscheidung für die zukünftige Bauleitplanung treffen. Wichtig ist mir, dass wir hier zeitnah zu einer Entscheidung kommen. Ich möchte nicht, dass Stillstand herrscht.

Würden sie dort nur Wohnbau zulassen?
Kruse: Die bisherige Planung hatte bereits auch Wohnungsbau vorgesehen. Eine Entwicklung unter dem Motto „Wohnen und Arbeiten“ kann ich mir gut vorstellen.

Ein Wunsch von Ihnen war es immer, dass in dieses Gebiet ein Elektronikgeschäft kommt? Wie groß sind die Chancen dafür?
Kruse: Es ist noch immer mein Wunsch, einen entsprechenden Fachmarkt anzusiedeln. Leider hat die Praxis bis dato gezeigt, dass sich hierfür kein Investor findet, der dies realisieren möchte. Aber ich bleibe am Ball!

Welche anderen Projekte stehen 2014 an?
Kruse: Wie jedes Jahr werden wir in Quickborn im Januar die Prioritätenliste für das Jahr beraten und beschließen. Ende Januar werden wir die aktuellen Projekte für 2014 vorstellen.

Stichwort: Gronauquerung. Was, wenn das Gutachten zu einem negativen Urteil kommt?
Kruse: Das Gutachten soll eine fundierte Entscheidungsgrundlage liefern. Es ist doch nur folgerichtig, dass wir uns an den Empfehlungen orientieren werden.

Wenn nicht, wie werden Sie die FDP überzeugen, für das Projekt zu stimmen? Die Liberalen wollen, dass auf der Strecke keine Lkw fahren. Ist das ein realistisches Ziel?
Kruse: Uns ist die Schulwegsicherung wichtig. So verstehe ich auch das Ansinnen der FDP, die hier auf die Problematik des Schwerlastverkehrs aufmerksam macht. Ich bin sicher, dass das Gutachten auch die Entscheidungsgrundlage für die FDP sein wird.

Alle Gewerbeflächen sind in der Stadt verkauft worden. Gibt es Pläne, neue zu erschließen?
Kruse: Die Aussage ist nicht ganz richtig, dass alle Flächen verkauft sind. Aber in der Tat neigen wir uns bei den Flächen dem Ende zu. In Quickborn planen wir vorausschauend. Soll heißen, dass es selbstverständlich konkrete Pläne gibt, die auch in Bearbeitung sind. Aber es geht nicht nur um neue Ausweisung von Flächen, sondern auch um Revitalisierung von Bestandsflächen.

Wie wünschen Sie sich aus der Sicht als Vorsitzender für 2014?
Kruse: Ich wünsche mir eine schnelle Lösung für das Gelände der Schokofabrik. Ebenso wünsche ich mir eine verträgliche Lösung bei der 380 KV-Leitung. Die Umsetzung eines P+R-Konzeptes für Quickborn liegt mir auch am Herzen. Meine geforderte Fußgängerampel am Bahnhof Tanneneck ist bereits in Planung und ich wünsche mir, dass diese 2014 in Betrieb geht. Dies ist keine abschließende Wunschliste. Weiteres wird sich sicher in der Prioritätenliste für 2014 finden.


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