An der Güttloh : Aldi wartet in Quickborn weiter auf Ja zum Neubau

Der Aldi-Markt an der Güttloh: Erweitern möchte das Unternehmen die Ladenfläche nicht, sondern lieber neu bauen.
Foto:
1 von 2
Der Aldi-Markt an der Güttloh: Erweitern möchte das Unternehmen die Ladenfläche nicht, sondern lieber neu bauen.

Runder Tisch beschließt neuerliches Gutachten zur Situation. Erweiterung des Altbestands wird ausgeschlossen.

shz.de von
11. April 2018, 15:00 Uhr

Quickborn | Die Suche nach einer Lösung für den Aldi-Markt am Gewerbestandort Güttloh geht weiter. Nach einem runden Tisch, an dem vereinbarungsgemäß neben Juristen auch Vertreter der Stadt, des Discountunternehmens und der Investorengruppe teilgenommen haben, soll nun ein Teilgutachten klären, unter welchen Voraussetzungen ein von Aldi gewünschter Marktneubau auf einer angrenzenden Grünfläche noch mit dem Einzelhandelkonzept der Stadt Quickborn vereinbar wäre. Damit bleiben der Aldi Nord und der Investor Zündorf aus Hamburg weiter in Warteposition.

Hintergrund

Zum Hintergrund: In dem städtischen Einzelhandelskonzept wird genau festgelegt, wie viel Einzelhandel die Stadt an den verschiedenen Standorten verträgt, ohne dass die Kaufkraft aus der Innenstadt abgezogen wird. Ein Neubau für Lidl oder Aldi an der Güttloh wird bislang ausdrücklich ausgeschlossen. Eine Modernisierung oder Erweiterung wie Lidl sie am Standort plant, ist dagegen möglich.

Für Aldi allerdings keine Alternative. Lars Dücker, Immobilien- und Expansionsleiter bei Aldi Nord, hat in der Vergangenheit auch öffentlich mehrfach darauf hingewiesen, dass in den aktuell genutzten Räumen im Beluga-Haus allein schon wegen der zu geringen Deckenhöhe und der fehlenden Barrierefreiheit kein modernes Marktkonzept umgesetzt werden kann. Die Aussicht auf eine weitere, wohl mehrmonatige Geduldsprobe bis zu einer Entscheidung nimmt er dennoch gelassen. „Es nützt gar nichts, in den Gesprächen Druck aufzubauen“, sagte er. Dem Unternehmen sei nach wie vor daran gelegen, eine Lösung im Konsens zu finden, und er gehe davon aus, dass das gelingen werde.

Kompromiss

Von dem erklärten Ziel eines Neubaus wird Aldi aber wohl nicht abrücken. Denkbar wäre ein Kompromiss bei der Größe der neuen Ladenfläche, wie Dücker im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte. Die Maximalforderung liegt bei rund 1300 Quadratmetern, Standard bei den modernen Aldi-Märkten. „Das Ergänzungsgutachten soll klären, ob es nicht doch noch eine Lösung gibt“, sagte Bürgermeister Thomas Köppl (CDU).

Darin geht es im Kern um die Frage, wie groß die Verkaufsfläche sein darf, damit es mit den Vorgaben des Einzelhandelsgutachtens kompatibel ist. Nur wenn sie beantwortet ist, hat die Stadt die rechtliche Grundlage für die Aufstellung eines Bebauungsplanes. „Mit dem Einzelhandelskonzept ist die Stadt eine Selbstverpflichtung eingegangen und hat sich daran zu halten“, sagte Felix Thermann, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung im Rathaus.

Letzte Hürde wird dann die Entscheidung in den politischen Gremien sein. So lange die Ratsfraktionen die Pläne des Aldi-Konzerns nicht abgesegnet haben, läuft ohnehin nichts. Köppl rechnet nicht damit, dass eine Entscheidung noch vor der Sommerpause fällt. „Das müsste dann in der konstituierenden Sitzung nach der Wahl passieren, und ich weiß nicht, ob das der richtige Zeitpunkt ist“, sagte er.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen