Ellerau : Abzocke? Fahrgast wehrt sich

Eine nächtliche Taxifahrt endete für einen Ellerauer mit einem  finanziellen Ärgernis.
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Eine nächtliche Taxifahrt endete für einen Ellerauer mit einem finanziellen Ärgernis.

Ellerauer erhält Teil der Taxi-Kosten erstattet.

shz.de von
22. Mai 2015, 10:00 Uhr

Quickborn | Die Hochzeitsfeier in Hasloh endete spät. Trotz seiner 75 Jahre feierte auch Wilhelm Konow bis weit nach Mitternacht, um sich dann ein Taxi zu nehmen, das ihn zurück nach Ellerau fahren sollte. Zu Hause angekommen, rief die Fahrerin den Preis auf: 20,25 Euro. Konow zahlte anstandslos. Dann aber verlangte die Fahrerin weitere fünf Euro. Begründung: die Anfahrt. „Es war nachts. Deshalb habe ich das hingenommen und nicht diskutiert“, erklärte Konow, „aber ich finde das ungerechtfertigt“.

Nach eigenem Bekunden wandte sich Konow sowohl an die Verkehrsaufsicht des Kreises Segeberg als auch an das betreffende Taxi-Unternehmen. „Das Amt hat mir bestätigt, dass das nicht üblich ist. Und von dem Unternehmen habe ich gehört, dass der Vorfall geklärt werde, weil das nicht in Ordnung gewesen sei.“ Die Zeitung habe er anschließend deshalb informiert, „weil es vielleicht auch anderen schon genauso gegangen ist“. Aber das müsse ja nicht sein. Für einen Fall wie diesen haben in Schleswig-Holstein verschiedene Kreisverordnungen über Beförderungsentgelte Antworten parat.

„Die Anfahrt ist dann kostenlos, wenn die Fahrt zum Standort des Taxi-Unternehmens zurückgeht“, erklärte Siegmar Packleppa von der Segeberger Verkehrsaufsicht auf Nachfrage. Im Nachhinein Anfahrtskosten zu verlangen, sei nicht in Ordnung. Gleiches gelte allerdings auch dann, wenn Anfahrtskosten zulässig seien, wie in dem Falle, dass ein Unternehmen weder aus dem Start- noch aus dem Zielort stamme. „Der Preis muss schon vorher auf dem Taxameter erscheinen“, betont Packleppa. Ihn habe Konow in dieser Sache bereits kontaktiert, und er wolle sich im Zweifelsfall dafür einsetzen, dass der Ellerauer sein Geld wiederbekommt.

Dieser Einsatz scheint indes nicht vonnöten zu sein. Denn für Karin Schuldt, die Betreiberin des Unternehmens, steht außer Frage, dass Konow die fünf Euro zurückerhält: „Die Kollegin hat sich übereifrig gezeigt. Sie ist noch nicht so lang dabei, aber das wird mit ihr geklärt. Ich bin sicher, da steckte keine böse Absicht hinter. Herr Konow bekommt sein Geld auf jeden Fall zurück.“ Schließlich behandele ihr Unternehmen seine Kunden fair.

Exakt 806 Taxitarife bundesweit gibt es nach Angaben des Landesverbands für das Taxi- und Mietwagengewerbe Schleswig-Holstein. „Da ist Deutschland ein föderaler Flickenteppich“, sagt Geschäftsführer Thomas Krotz. Demnach entfallen allein auf Schleswig-Holstein 16 verschiedene Tarife. „Wobei Nordfriesland  beispielsweise noch einmal unterteilt ist in Inseln und Festland“, erklärt Krotz.
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