A 7-Brücke: Parteien vertagen Beschluss

Bürgervorsteher Henning Meyn (links) und Bürgermeister Thomas Köppl (beide CDU) danken in ihrem Grußwort, das unter anderem auf der Internet-Seite der Stadt veröffentlicht worden ist, allen Quickbornern, die sich für das Gemeinwesen engagiert haben.
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Bürgervorsteher Henning Meyn (links) und Bürgermeister Thomas Köppl (beide CDU) danken in ihrem Grußwort, das unter anderem auf der Internet-Seite der Stadt veröffentlicht worden ist, allen Quickbornern, die sich für das Gemeinwesen engagiert haben.

Zurückhaltende Reaktionen auf Idee einer Einbahnstraßenregelung

shz.de von
20. Januar 2018, 16:58 Uhr

Nach der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt am Donnerstag bleibt weiter unklar, ob die von der Verwaltung ins Gespräch gebrachte Einbahnstraßenregelung auf der Brücke in der Ulzburger Landstraße eine Chance auf Realisierung hat. Wie berichtet, ist zunächst eine Testphase von einem Jahr vorgesehen. Ziel soll es nach offiziellen Angaben sein, die Zahl der Bagatellunfälle auf der Brücke zu reduzieren und die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger zu verbessern.

Die FPD lehnt das Projekt ab. „Wir sind absolut nicht überzeugt und reden hier von einer Erhöhung der Verkehrsbelastung im Ohlmöhlenweg um 375 Prozent“, sagte Friederike Rübhausen. Auch die SPD hat Bedenken. „Wir kriegen ein großes Problem mit dem abfließenden Verkehr aus Quickborn-Heide. Außerdem haben wir das Gefühl, dass dies der Versuch ist, durch die kalte Küche die Gronau-Querung zu bekommen, wenn die Bürger genug genervt sind von der Regelung“, sagte Jürgen Asmussen (Foto, links). CDU und Grüne forderten vor einer Entscheidung die Einsetzung einer Arbeitsgruppe, die die Kosten für die Testphase und ein Konzept für die Verkehrslenkung entwickeln soll.

Bei den Bürgern, die die Debatte in der Mensa der Comenius Schule verfolgten, stößt die Idee auf Unverständnis. Immer wieder stellten sie die Frage nach den Vorteilen für die Verkehrsteilnehmer und kritisierten, die Stadt zerstöre mit ihren Plänen eine gut funktionierende Verbindung. „Andere Städte wären glücklich, so eine Umgehung zu haben“, sagte Wolfgang Brandt.

Geplant ist, die Brücke nur noch für den von Süden nach Norden fließenden Verkehr freizugeben. Der Verkehr aus Quickborn-Heide in Richtung Innenstadt soll über Schmalmoorweg, Ohlmöhlenweg und Feldbehnstraße geleitet werden. Bürger bezeichneten die Straßen als schlecht ausgebaute Wege, die bislang vor allem von Anliegern, Radfahrern, Schulkindern oder Spaziergängern genutzt würden. Infolge einer Einbahnstraßenregelung rechnen Fachleute auf dieser Strecke mit 3000 zusätzlichen Autos täglich.

Viele Bürger warnten außerdem vor einer Nutzung der Wege durch den Schwerlastverkehr, eine zusätzliche Gefährdung der Schulkinder und längere Anfahrtszeiten für Rettungsfahrzeuge und andere Einsatzkräfte. Vorbehalte gibt es auch wegen der Abhängigkeit des Einzelhandels von der Befahrbarkeit der Brücke in beiden Richtungen. Vertreter des Blumenhauses Schenk in der Ulzburger Landstraße befürchten einen Verlust zahlreicher Kunden, andere Bürger sorgen sich um die Erreichbarkeit etwa der Geschäfte in der Innenstadt und im Harksheider Weg.

Gleichzeitig machten sie alternative Vorschläge, regten eine erneute Geschwindigkeitsreduzierung auf Schritttempo an, brachten den Bau von Schwellern quer über die Fahrbahn am Beginn der Rampen ins Gespräch, forderten intensivere Kontrollen und eine Höhenmessung, um zu verhindern, dass Lastwagen über 7,5 Tonnen die Brücke nutzen. Bürgermeister Thomas Köppl (CDU, Foto rechts) räumte in der Diskussion ein, es gebe viele Apsekte, die zu berücksichtigen und teilweise noch nicht abschießend geklärt seien. „Ob das eine gute oder eine schlechte Lösung ist, weiß ich auch noch nicht“, sagte er. Das müsse ausprobiert werden und bedeute „für einige Wenige eine längere Fahrstrecke und eine Mehrbelastung durch den Verkehr. Das müssen wir am Ende gegeneinander abwägen.“ Die 1976 ursprünglich für den landwirtschaftlichen Verkehr gebaute Brücke ist vor einigen Monaten im Zuge des A 7-Ausbaus erneuert, dabei aber nicht verbreitert worden. Die Breite der Fahrbahn wird in den Verwaltungsunterlagen mit 4,90 Meter angegeben. Anwohner Siegfried Wölms hat bei eigenen Messungen eine Breite von fünf Metern ermittelt. Eine Verbreiterung ist keine Option. Das Land hat die Finanzierung abgelehnt, die Stadt Quickborn kann die Kosten nicht tragen.

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