Wettlauf gegen die Zeit : Quickborn: Noch immer kein Stammzellspender für Jenny Pawel gefunden

Jenny und Alexander Pawel haben immer mal wieder ein paar Tage gemeinsame Zeit zu Hause als Familie. Es sind kostbare Stunden, die nicht darüber hinwegtäuschen können, dass Jenny Pawel dringend eine Stammzellspende braucht.
Jenny und Alexander Pawel haben immer mal wieder ein paar Tage gemeinsame Zeit zu Hause als Familie. Es sind kostbare Stunden, die nicht darüber hinwegtäuschen können, dass Jenny Pawel dringend eine Stammzellspende braucht.

Die Ärzte verschaffen der leukämiekranken Quickbornerin mit einer weiteren Chemotherapie etwas mehr Zeit.

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07. April 2021, 14:45 Uhr

Quickborn | Jenny Pawel strahlt in die Kamera. Die attraktive junge Frau, dezent geschminkt und mit großen Kreolen in den Ohren, sitzt im Garten im Arm ihres Mannes Alexander und hält dem Fotografen ein Schild entgegen. Darauf steht in roten Buchstaben nur ein Wort: Danke. Es ist eine bewegende Geste mit einem sehr ernsten Hintergrund. Die Quickbornerin ist akut an Leukämie erkrankt und wartet seit fünf Wochen auf die erlösende Nachricht, dass die DKMS endlich ihren genetischen Zwilling gefunden hat.

Sie kämpft um ihr Leben und möchte trotzdem all denjenigen danken, die sich via Facebook zu Wort gemeldet und ihr Mut zugesprochen haben und die sich als Stammzellspender bei der DKMS registrieren ließen.

Schickt die Sets zurück, teilt die Aufrufe und redet darüber. Wir helfen damit hoffentlich nicht nur Jenny, sondern auch so vielen anderen Menschen in unserer Situation. Alexander Pawel

Während dieses Wettlaufs gegen die Zeit, ist Pawels Ehemann Alexander erneut an die Öffentlichkeit gegangen und bittet darum, die bei der DKMS georderten Test-Sets auch wirklich zurückzuschicken. Derzeit liegt die Quote der Rückläufer nach offiziellen Angaben bei rund 65 Prozent. „Schickt die Sets zurück, teilt die Aufrufe und redet darüber. Wir helfen damit hoffentlich nicht nur Jenny, sondern auch so vielen anderen Menschen in unserer Situation“, sagte er.

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Derzeit versuchen die Ärzte, den Krebs mit einer weiteren Chemotherapie zurückzudrängen und der jungen Patientin damit ein Zeitfester von sechs Wochen zu verschaffen. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass diese Frist ausreicht, endlich einen Spender zu finden und ihn vorzubereiten. Zwischendurch darf sie immer mal wieder einige Tage zu Hause verbringen, um sich von der strapaziösen Behandlung zu erholen und ihren kleinen Sohn um sich zu haben, der erst im vergangenen September geboren wurde.

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Nach Angaben der DKMS sind 32.000 Menschen im Kreis Pinneberg als potenzielle Stammzellspender registriert. 357 von ihnen durften bereits spenden. Einer von ihnen ist Heiko Kiehn, Seelsorger in der katholischen Kirchengemeinde St. Marien in Quickborn. „Ich bin über ein Plakat auf die DKMS aufmerksam geworden und habe mich spontan registrieren lassen“, erklärte er im Gespräch mit shz.de. 12 oder 13 Jahre sei das allerdings schon her. Im Anschluss passierte lange Zeit nichts, bis ihn die DKMS endlich vor zwei Jahren plötzlich kontaktierte. Da stand er gerade im Supermarkt.

Heiko Kiehn, Pfarrer in der katholischen Kirchengemeinde in Quickborn, hat bereits einem Menschen mit einer Stammzellspende helfen können. Nun ruft er alle Bürger dazu auf, sich registrieren zu lassen und angeforderte Test-Sets unbedingt an die DKMS zurückzuschicken.
Claudia Ellersiek
Heiko Kiehn, Pfarrer in der katholischen Kirchengemeinde in Quickborn, hat bereits einem Menschen mit einer Stammzellspende helfen können. Nun ruft er alle Bürger dazu auf, sich registrieren zu lassen und angeforderte Test-Sets unbedingt an die DKMS zurückzuschicken.

Die Botschaft war eine aufregende: Er sei als genetischer Zwilling für einen an Leukämie erkrankten Patienten ausgemacht worden, wurde ihm mitgeteilt. Später erfuhr er immerhin, dass es sich um eine in einem anderen Land lebende Frau handelte. Nach einigen Voruntersuchungen musste er einige Tage vor der Spende ein Medikament einnehmen, das die Bildung von Stammzellen und deren Ausschwemmung ins Blut anregte. Erst danach wurde ihm Blut entnommen – zwei Stunden lang über die Armvene. „Das war alles überhaupt kein Problem. Ich habe die Medikamente gut vertragen und auch die Blutentnahme gut überstanden, obwohl ich Angst vor Spritzen habe“, so der Pfarrer.

Mit der Registrierung Leben retten

Nun möchte er anderen Menschen Mut machen, es ihm gleich zu tun und sich registrieren zu lassen. Das, so Kiehn, sei eine gute Sache und könne Leben retten. Etwa das von Jenny Pawel, vor der wohl noch ein langer Weg liegt. Er ist verbunden mit großen Ängsten, aber auch mit sehr viel Hoffnung – auf das Wunder eines genetischen Zwillings irgendwo auf dieser Welt. Wer helfen möchte, muss zwischen 17 und 55 Jahren und gesund sein. Zur Registrierung geht es hier.

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