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imago images/Bihlmayerfotografie (Symbolfoto)

Corona-Neuinfektionen : Mehr als 30 Prozent der Erkrankten im Kreis Segeberg sind geimpft

Auch im Segeberger Raum ist es in den vergangenen Wochen zu Impfdurchbrüchen gekommen. Laut Experten ist das allerdings nichts Ungewöhnliches.


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19. Oktober 2021, 17:45 Uhr

Kreis Segeberg | Die Impfquote in Deutschland steigt. Zwar momentan deutlich langsamer als zu Beginn, aber immer mehr Menschen entscheiden sich für den Schutz gegen das Coronavirus. Im gleichen Zug steigt allerdings auch die Zahl derer, die trotz einer Impfung an dem Virus erkranken und teilweise in einem Krankenhaus behandelt werden müssen.

36 Prozent der Gesamt-Neuinfektionen waren geimpft

Auch im Kreis Segeberg gibt es diese Fälle. Auf Anfrage von shz.de teilte Kreissprecherin Sabrina Müller Zahlen zu Impfdurchbrüchen im Kreisgebiet mit 278.007 Einwohnern mit. Im Zeitraum vom 1. bis 15. Oktober dieses Jahres liegen dem Kreis demnach 186 per PCR-Test nachgewiesene Corona-Neuerkrankungen vor. Davon vollständig geimpft waren 67, und davon wiederum hospitalisiert waren 2 Personen (keine musste auf einer Intensivstation behandelt werden). Dieser Anteil entspricht rund 36 Prozent der Gesamt-Neuinfektionen.

„Die Daten zur Impfung beziehen sich nur auf Personen, zu denen uns zum Zeitpunkt der Auswertung vollständige Informationen zu ihrem Impfstatus inklusive Anzahl der Impfungen, des Impfdatums und Impfstoffs vorliegen oder vorlagen“, erläutert die Kreissprecherin. Die Angaben zur Hospitalisierung könnten sich im Laufe der Zeit gegebenenfalls noch verändern, wenn Personen zu einem späteren Zeitpunkt im Krankenhaus aufgenommen werden, ergänzt sie.

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Obwohl die Impfstoffe sehr wirksam sind, können sie nicht alle Infektionen bei Geimpften verhindern. Sie sorgen aber dafür, dass Infektionen deutlich weniger häufig vorkommen und dass schwere Covid-19-Krankheitsverläufe bei Geimpften sehr selten werden.

Robert-Koch-Institut

In dieser Statistik nicht aufgeführt sind asymptomatische, vollständig geimpfte Personen. Per Definition des Robert-Koch-Instituts (RKI) liegt in diesem Fall kein Impfdurchbruch vor. Immer wieder informiert das RKI darüber, dass die Wirksamkeit der Covid-19 Impfung sehr gut sei, aber nicht 100 Prozent betrage. „Obwohl die Impfstoffe sehr wirksam sind, können sie nicht alle Infektionen bei Geimpften verhindern. Sie sorgen aber dafür, dass Infektionen deutlich weniger häufig vorkommen und dass schwere Covid-19-Krankheitsverläufe bei Geimpften sehr selten werden“, erläutern die Fachleute.

Infektionsmediziner: Wer sich nicht impfen lässt, ist unsolidarisch

Darauf weist auch der Kieler Infektionsmediziner Helmut Fickenscher hin. „Es steht zwar jedem frei, sich nicht impfen lassen zu wollen, es ist aber unsolidarisch. Auch in Schleswig-Holstein, wo aktuell relativ wenige Neuinfektionen gemeldet werden, können die Zahlen wieder steigen“, sagte er laut Nachrichtenagentur dpa. Vor einem Jahr wären in so einer Situation ein Drittel bis die Hälfte der infizierten Heimbewohner vermutlich gestorben, ergänzte der Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten.

Weiterlesen: Fälle in Norderstedter Pflegeheim: Mediziner betont Bedeutung der Impfungen

Gleichzeitig weist das RKI darauf hin, dass bei steigender Impfquote auch die Wahrscheinlichkeit steige, dass in dem geimpften Bevölkerungsteil ein Infizierter dabei ist. Vereinfacht gesagt: Wenn alle Personen einer Population geimpft sind (Impfquote 100 Prozent), beträgt der Anteil der Impfdurchbrüche an den Erkrankten 100 Prozent. Außerdem sei die Anzahl der Impfdurchbrüche auch von der Anzahl aktiver Fälle abhängig. „Je mehr aktive Fälle es gibt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, sich als Geimpfter zu infizieren“, so das RKI.

Corona-Ausbruch in Norderstedt: Viele Mitarbeiter nicht geimpft

Die Zahl der Impfdurchbrüche könnte nach dem Corona-Ausbruch in der Senioren- und Pflegeeinrichtung Haus Hog'n Dor inzwischen deutlich höher sein. Dort haben sich 60 Bewohner sowie 18 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Der Großteil der Bewohner war bereits geimpft und hatte nach Angaben von Müller teilweise bereits die dritte Impfung erhalten. Drei Bewohner waren nicht geimpft.

imago images/Hanno Bode

Im Alten- und Pflegeheim Haus Hog'n Dor am Alten Kirchenweg hat es einen großen Corona-Ausbruch gegeben.

Zwei geimpfte und infizierte Bewohner sowie ein Mitarbeiter sind im Krankenhaus (nicht auf der Intensivstation), die übrigen haben keine oder nur leichte Symptome.

Weiterlesen: Corona-Ausbruch in Norderstedter Pflegeeinrichtung Haus Hog'n Dor

Im Gegensatz zum Kreis Segeberg erfasst der Nachbarkreis Pinneberg keine genauen Zahlen bezüglich Impfdurchbrüche. Auf Anfrage von shz.de erklärte Pressesprecherin Silke Linne, dass die Zahlen aktuell nicht statistisch erfasst würden. Linne teilte allerdings mit, dass es auch im Kreis Pinneberg zu Impfdurchbrüchen gekommen sei. Grund zur Sorge gebe es allerdings nicht. „Das war zu erwarten“, teilt Kreissprecherin Silke Linne mit. Die meisten Geimpften würden aber nicht schwer erkranken. „Momentan sind deutlich weniger Geimpfte als Ungeimpfte erkrankt“, so Linne.

von 19. Oktober 2021, 17:45 Uhr

Kreis Segeberg | Die Impfquote in Deutschland steigt. Zwar momentan deutlich langsamer als zu Beginn, aber immer mehr Menschen entscheiden sich für den Schutz gegen das Coronavirus. Im gleichen Zug steigt allerdings auch die Zahl derer, die trotz einer Impfung an dem Virus erkranken und teilweise in einem Krankenhaus behandelt werden müssen. 36 Prozent der Gesamt-N...

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