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Quickborner Tageblatt

17. August 2017 | 23:38 Uhr

5000 Euro für trauernde Kinder

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Quickborner Lacrima-Zentrum erhält Spende der Stiftung „R.SH hilft helfen“ / Ehrenamtliche begleiten Trauerprozesse

Die Augen von Yonathan Arnold, Bettina Schröder und Petra Meier leuchten, als sie von der tatsächlichen Summe erfahren. „Ich weiß von 2600 Euro“, sagt Schröder, seit vier Jahren ehrenamtliche Mitarbeiterin im Quickborner Lacrima-Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche der Johanniter, erstaunt. Ähnlich geht es ihrer Kollegin Meier und Johanniter-Bereichsleiter Arnold. Ihre Überraschung gilt der Zahl auf dem Scheck, den Friederike Nissen mit nach Quickborn gebracht hat – ausgestellt über 5000 Euro.

Diesen überreicht die Managerin der Stiftung „R.SH hilft helfen“ des Kieler Radiosenders den Dreien in den Johanniter-Räumlichkeiten an der Pinneberger Straße „im Namen unserer Hörer – ohne sie wäre das nicht möglich“, sagte Nissen. Das Geld war bei einer Spendenaktion im Dezember zusammengekommen (siehe Info-Kasten).

Das Lacrima-Zentrum hat sich der Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen verschrieben, die ein Elternteil, einen Bruder oder eine Schwester verloren haben. In Quickborn betreuen derzeit fünf Ehrenamtliche, darunter Schröder und Meier, insgesamt sieben Kinder im Alter zwischen vier und 13 Jahren in verschiedenen Gruppen.

Alle zwei Wochen donnerstags kommen die Heranwachsenden in Begleitung ihrer Eltern, die sich separat treffen, in die Johanniter-Kindertagesstätte „Wilde 13“. Dort können sie toben, basteln, malen und ihrer Traurigkeit Ausdruck verleihen, wann immer sie es wollen. „Das geschieht allerdings kaum zu Beginn bei unserem Sitzkreis, in dem wir Kerzen anzünden“, berichtet Schröder. Vielmehr öffneten sich die Kinder oft eher unvermittelt, während sie sich spielerisch oder kreativ betätigten. Durch die regelmäßigen Treffen entstehe Vertrauen, hat Schröder erfahren. „Dadurch erzählen die Kinder uns oft Dinge, die sie zu Hause nicht erzählen würden – ob aus Rücksichtnahme auf die Eltern oder auch aus Schuldgefühl“, sagt die Norderstedterin. Ihre Kollegin Meier, die seit einem Jahr dabei ist, fügt hinzu: „Aus diesem Grund kommen sie und bei uns ist der richtige Platz dafür.“

Und es ist ein Ort, an dem die Kinder Gleichaltrige treffen – was in Schröders Augen eine kaum zu überschätzende Bedeutung hat, wenn es um Trauerarbeit geht: „Denn es ermuntert die Kinder, über ihren Schmerz zu reden, weil sie andere treffen, die ihr Schicksal teilen.“ Für gewöhnlich laufe die Betreuung durch Lacrima nach drei Jahren aus, berichtet Meier. „Aber das wird ganz behutsam angesprochen, es endet nicht von heute auf morgen“, versichert Schröder.

Welches Gewicht die 5000-Euro-Spende für das Lacrima-Zentrum besitzt, verdeutlicht Arnold, wenn er sagt: „Schon der ambulante Hospizdienst ist immer schwierig zu finanzieren. Aber für die Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen gibt es überhaupt keine Refinanzierung. Es gibt dafür keine kommunalen Gelder. Wir freuen uns deshalb sehr über das Geld.“ Zweckgebundene Spenden seien „extrem wichtig, um diese Arbeit leisten zu können“, betonte Arnold. Und zweckgebunden ist das Geld. Im Quickborner Fall geht es um das Vorhaben, im Sommer 2016 Trauerworkshops in einem Freizeitheim anzubieten. „Wir suchen noch nach einem geeigneten Raum und nach Referenten. Außerdem brauchen wir Menschen, die währenddessen etwas mit den Eltern unternehmen, denn die sollen auch dabei sein“, berichtet Schröder. Nach Möglichkeit solle ein naturnaher Ort gefunden werden. „Denn die Kinder brauchen viel Bewegung“, bekräftigt Schröder. Für all das müsse nun noch der passende Rahmen gefunden werden. Dies rückt dank der Spende der Radiohörer in greifbare Nähe.

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erstellt am 19.Feb.2016 | 16:00 Uhr

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