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Diebstahl in Tangstedt : 27 Tauben aus Verschlag gestohlen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Der betroffene Züchter aus Tangstedt ist entsetzt. Ein einzelnes Tier kann bis zu 500 Euro kosten.

shz.de von
erstellt am 27.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Tangstedt | Für den Tangstedter Uwe Dörnbraak ist es ein tägliches Ritual, seinen Tauben frisches Wasser und Futter zu geben. Als er vor einigen Tagen in seinen Garten geht, trifft ihn jedoch blankes Entsetzen. Einer seiner zwei Taubenställe ist leer. „27 Tauben sind mir gestohlen worden“, erzählt der Tangstedter aufgebracht. Der Kummer über den Verlust ist ihm deutlich anzusehen. Unbekannte waren in der Nacht auf sein Privatgrundstück gelangt und nahmen die Tiere mit. Einbruchspuren sind allerdings nicht zu finden. „Die haben einen Dietrich oder so benutzt“, vermutet Dörnbraak. Die Tauben wurden von den Tätern achtlos in Säcke gesteckt. Das weiß der Taubenzüchter, da die Diebe einige Säcke in der Eile zurückgelassen haben.

Der Taubenstall des Tangstedters befindet sich in seinem Garten. Von der Straße ist er nicht zu sehen. Doch wie konnten die Täter dann wissen, dass wertvolle Tauben auf dem Grundstück zu finden sind? „Ich bin im Verband deutscher Brieftaubenzüchter. Die Informationen über mich und meinen Wohnort findet man also leicht im Internet“, lautet die Antwort Dörnbraaks. Trotz des Verlusts geht er realistisch mit der Situation um. Hoffnung, dass er seine Tauben zurückerhält, hat er nicht. Er erinnert sich noch gut an einen ähnlichen Fall in Kummerfeld. „Der Züchter hat keine Taube wiedergesehen“, so Dörnbraak.

Jede Taube sei mit einer Ringnummer versehen, die an den Beinen der Tiere befestigt sind. Der Züchter erhält beim Kauf einer Taube einen Eigentumsausweis. Die Ausweise der 27 gestohlenen Tauben liegen weiter bei Dörnbraak. „Normalerweise können die Diebe mit den Tauben so nichts anfangen. Sie können sie nur unter der Hand verkaufen oder den Ring abkneifen“, erklärt er. Als Wetttauben können die Tiere jedoch nach seiner Erfahrung nie wieder eingesetzt werden. „Sie würden immer zu mir zurückfliegen“, sagt Dörnbraak. Allerdings seien die Tauben durchaus noch für eine weitere Zucht zu gebrauchen. Er habe schon häufiger gehört, dass die Tauben im Ausland, beispielsweise in Polen, unter der Hand weiterverkauft würden. „Dennoch kann man sie nie freilassen. Die Tauben müssen immer im Käfig bleiben“, betont er.

Schon in jungen Jahren entwickelt Dörnbraak eine Leidenschaft für die Zucht von Tauben. „Mein Cousin hat damals damit angefangen, und das hat mich sehr fasziniert“, erinnert er sich. „Ich hatte auch einige Erfolge“, sagt der Tangstedter weiter. In Hamburg begann er mit der Zucht von Tauben. Aufgrund des Platzmangels zog er 1979 in die Gemeinde Tangstedt. „Im Kreis Pinneberg gibt es nur noch etwa 50 Züchter“, sagt Dörnbraak. Er investiere viel Zeit in die Versorgung der Tiere.

Das Tragische an der Geschichte: Zum Zeitpunkt des Diebstahls waren einige seiner männlichen Wettkampftauben auf dem Weg nach Polen und zurück. „Die Männchen kommen auch wegen der Weibchen wieder zurück. Jetzt sind die Weibchen weg“, erklärt Dörnbraak. Neue Pärchen würden die Tiere nicht bilden, denn Tauben gehen eine lebenslange Partnerschaft ein. „Jetzt muss ich wieder von vorne anfangen.“ 52 Tauben hatte er. Übrig geblieben sind ihm 25 Tiere. Etwas Gutes sieht Dörnbraak dennoch an der Geschichte. „Ich habe mir vor Kurzem erst wertvolle Tauben im Wert von 300 bis 500 Euro gekauft. Die haben sie nicht mitgenommen“, erklärt er. Dörnbraak zieht aus der Geschichte nun seine Konsequenzen. „Der Stall wird ab jetzt elektronisch überwacht.“ Eine Firma habe er dafür bereits beauftragt.

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