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Quickborn : 26.000 Euro für die Flüchtlingshilfe

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Ausschuss für Kinder, Jugend und Soziales befürwortet Stelle Ehrenamtskoordinator. Unterstützung für Aliakbar B. zugesichert.

Quickborn | Jan Ketelsen, Jugendtrainer des 1. FC Quickborn, nutzte die Einwohnerfragestunde des Ausschusses für Kinder, Jugend und Soziales am Dienstagabend, um die Politiker für das Thema Aliakbar B. zu sensibilisieren. Der minderjährige afghanische Flüchtling soll nach Ungarn zurückgeführt werden werden – das Land, in das er als erstes einreiste.

„Er steht nachts senkrecht im Bett, wenn er eine Autotür hört, da er Angst hat, abgeholt zu werden“, beschrieb Ketelsen die Ängste des 17-Jährigen, der in Quickborn lebt und Fußball spielt und die DAZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) der Beruflichen Schule in Pinneberg besucht.

Die Ausschussmitglieder sagten fraktionsübergreifend ihre Unterstützung zu. Der Ratsversammlung soll demnach vorgeschlagen werden, eine Resolution zu verabschieden und Bürgervorsteher Henning Meyn (CDU) zu beauftragen, die Bundesregierung wegen dieses Falls anzuschreiben.

Zudem wurde der Kontakt zu Christian Rohde (Foto), Leiter der „Werkstatt“, vermittelt. Deren Träger, das Diakonische Werk Hamburg-West/Südholstein, stand auch anschließend im Mittelpunkt. Denn es soll eine Halbtagsstelle Ehrenamtskoordinator schaffen, um die Aktivitäten ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer zu koordinieren. Fachbereichsleiter Volker Dentzin machte deutlich: „Es besteht die Notwendigkeit, das Ehrenamt zu stärken und mehr einzubinden.“ 18.000 Euro soll die Stadt, 8000 Euro das Diakonische Werk jährlich zur Finanzierung bereitstellen. Dentzins Vorschlag zur Finanzierung: das Geld aus dem Topf für Bürgerbeteiligungen nehmen. Die Stelle sei vorerst auf zwei Jahre beschränkt – auf Wunsch des Trägers. „Wir brauchen diese Stelle dringend. Ich denke auch, dass wir sie länger brauchen werden, aber nach zwei Jahren sollten wir die Situation erneut betrachten. Aus Erfahrungswerten gehe ich von zehn Jahren aus, da die Zahl der Flüchtlinge eher steigen als sinken wird“, so Rohde. Bei zwei Treffen im Vorfeld hätten sich bereits 25 Personen gemeldet, die helfen wollen.

Einigkeit herrschte über die Einrichtung der Stelle, Uneinigkeit jedoch bei der Finanzierung. Astrid Huemke (SPD) schlug vor, einen Teil des Geldes von den bereitgestellten 50.000 Euro für das Stadtmarketing zu nehmen. „Wenn wir das machen, legen wir uns selbst ein Ei ins Nest“, warnte Andreas Torn (CDU). Die Gründung eines Vereins sei gerade angestoßen worden. Das sah auch Ausschussvorsitzende Annabell Krämer (FDP) so: „Ich halte es für das falsche Signal, kurz nach dem Start die Mittel zu reduzieren.“

Einstimmig verabschiedete der Ausschuss letztlich die Vorlage der Verwaltung und damit die Finanzierung aus dem Topf für Bürgerbeteiligungen. Wenn der Rat dem Vorschlag des Ausschusses zustimmt, könnte die Stelle bereits ab dem 1. Mai besetzt werden.

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erstellt am 02.Apr.2015 | 10:00 Uhr

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