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Tragisches Schicksal : 16-jährige Quickbornerin Kim Seeger erkrankt zum zweiten Mal an Krebs

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Kim Seeger aus Quickborn-Heide ist an Leukämie erkrankt. Jetzt sucht ihre Familie einen Knochenmarkspender. Eine Typisierung findet am 1. Mai statt.

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erstellt am 06.Apr.2016 | 12:30 Uhr

Quickborn | Der Krebs hat sie zum zweiten Mal befallen. Fünf Jahre nach ihrem Sieg über einen Tumor in der Hüfte ist Kim Seeger aus Quickborn an Leukämie erkrankt.  Die Familie der 16-jährigen Schülerin sucht nun Knochenmarkspender. Eine Typisierungsaktion plant die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) für Sonntag, 1. Mai, in Henstedt-Ulzburg. In der Wache der Freiwilligen Feuerwehr, Maurepasstraße 28, können sich Freiwillige von 11 bis 16 Uhr per Blutprobe auf eine Eignung als Spender testen lassen. Kim Seeger erhielt die Diagnose Blutkrebs vor acht Tagen. „Kaum hat man die Sorgen etwas vergessen, trifft einen das Leben wie eine Faust im Gesicht“, schrieb ihre Mutter Kirsten Seeger am selben Tag in dem sozialen Netzwerk Facebook. Wie berichtet, hatten Ärzte im Sommer 2010 in der Hüfte des damals elfjährigen Mädchens einen bösartigen Tumor entdeckt. Sie unterzog sich einer Operation und 29 Chemotherapien. Nach einem Jahr hatte Kim Seeger den Krebs besiegt. Aufgrund einer Hüftasymetrie drohte ihr eine Verdrehung der Wirbelsäule. Deshalb legten Unterstützer 19.000 Euro für eine Reittherapie zusammen, die die Krankenkasse nicht zahlte. Zurzeit  unterzieht sich Kim Seeger im Universitätsklinikum Eppendorf einer Chemotherapie. In vier Wochen soll ihr Knochenmark transplantiert werden, wenn der Krebs bis dahin verschwunden ist und sie einen Spender gefunden hat. Zurzeit kämpft sie um jeden Tag. „Ich weiß nicht, ob sie ihren Geburtstag am 12. April erlebt“, sagte ihr Bruder Kai Seeger.

Vier Jahre lang hat Kim Seeger ohne Krebs gelebt. Bis vor wenigen Wochen besuchte die 16-Jährige eine neunte Klasse der Comenius-Schule in Quickborn. Ihre Freizeit verbringt sie gern mit den Kumpels ihres 25 Jahre alten Bruders Kai Seeger, den Auto-Fans der Team-Riderz-North (TRN). Sie strebt das Abitur an, will danach studieren.

Doch am Karfreitag schlug der Krebs bei der 16-Jährigen zum zweiten Mal in ihrem Leben zu. Nach einem geheilten Tumor-Befall der Hüfte vor fünf Jahren zwang sie vor zwölf Tagen der Blutkrebs in die Knie. „Ich verstehe nicht, warum es so einen jungen Menschen gleich zweimal treffen muss“, sagte Kai Seeger gestern im Gespräch.

Am Karfreitag packte Fieber die Schülerin. Die Ursache war ihr noch unklar. Am Sonnabend ging es ihr zunächst wieder besser. Kim, Kai und ihre Mutter Kirsten Seeger besuchten das Osterfeuer in Quickborn am Ziegenweg. Doch plötzlich traten Schmerzen auf. „Ihr tat alles weh. Sie konnte nicht laufen“, berichtete ihr Bruder. Die Familie aus Quickborn-Heide brachte das Mädchen am selben Tag ins Universitätsklinikum Eppendorf (UKE). Eine erste Untersuchung zeigte: „Ihre Blutwerte waren völlig daneben“, erinnerte sich Seeger. Am Dienstag nach Ostern erhielt die Familie die erschütternde Diagnose: Leukämie.

„Sie hatte sich wieder gut ins Leben eingefunden“, sagte Seeger. Seine Schwester habe sich mit den Folgen der Knochenkrebserkrankung arrangiert. Wie berichtet, hatten Ärzte im Sommer 2010 in Kim Seegers Hüfte einen bösartigen Tumor entdeckt, ein sogenanntes Osteosarkom. Das Mädchen unterzog sich einer Operation und 29 Chemotherapien, die sich über ein Jahr erstreckten. Mit Erfolg: Kim besiegte den Krebs.

Bei der Operation hatten die Ärzte ihre Hüftpfanne durch eine Plastik ersetzt. Dadurch ergab sich eine Hüftasymetrie. In Folge drohte sich die Wirbelsäule zu verdrehen. Diese sogenannte Skoliose konnte Kim durch therapeutisches Reiten abwenden. Eine Spendenaktion mit einem Erlös von 19.000 Euro finanzierte ihr die sogenannten Hippotherapie, die die Krankenkasse nicht bezahlte. Allerdings blieb ein Bein etwas kürzer als das andere.

Kim Seeger hat sich von ihrem langen braunen Zopf verabschiedet. Ihre Mutter Kirsten Seeger schnitt ihn am Sonntag ab. Durch die Chemotherapie werden die Haare ausfallen.
Kim Seeger hat sich von ihrem langen braunen Zopf verabschiedet. Ihre Mutter Kirsten Seeger schnitt ihn am Sonntag ab. Durch die Chemotherapie werden die Haare ausfallen. Foto: qt

„Aber sie hatte gelernt, damit zu leben“, berichtete Kai Seeger. Ihre Mutter Kirsten Seeger schrieb am Tag der Diagnose in dem sozialen Netzwerk Facebook: „Wir haben eine schreckliche sowie schwere Zeit gehabt und endlich wieder etwas ins normale Leben zurückgefunden.“ Die Diagnose Leukämie habe sie wie ein Faustschlag getroffen. Kai Seeger bemerkte: „Da sieht man, dass das Leben unfair ist.“

Der Plan der Ärzte: Nach einer Chemotherapie und einer Knochenmarktransplantation soll Kim wieder gesund werden. Die erste Chemotherapie begann am 1. April. Die Haare der 16-Jährigen werden dadurch ausfallen. Vorsorglich ließ sich Kim von ihrer Mutter am Sonntag den langen braunen Zopf abschneiden. Während der vergangenen Tage schwankte der Zustand des Mädchens zwischen 40 Grad Fieber, Kopfschmerzen und Phasen, in denen sie essen konnte.

In vier Wochen wollen die Ärzte den Erfolg der Chemotherapie überprüfen, indem sie Kim erneut Knochenmark entnehmen. „Sollten dann keine Leukämie-Zellen mehr vorhanden sein, könnte direkt transplantiert werden“, so ihre Mutter. Wenn sich der Krebs aber hält, muss sich ihre Tochter einer zweiten Chemotherapie unterziehen. Für die Stammzellen-Transplantation braucht Kim einen Spender. Bei einer sogenannten Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft (DKMS) am Sonntag, 1. Mai, in Henstedt-Ulzburg können Freiwillige testen lassen, ob ihr Knochenmark mit dem der Patientin übereinstimmt.

Kai Seeger versucht zurzeit, mit Hilfe von Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) die DKMS zu einer Typisierung in Quickborn zu überreden. Das Unternehmen hatte sich die Feuerwache von Henstedt-Ulzburg ausgesucht, weil es dort vor einem Jahr etwa 1200 Menschen getestet hatte und die Örtlichkeiten kennt. Unterstützer wollen einen Shuttle-Service von Quickborn nach Henstedt-Ulzburg anbieten. Kai Seeger ist stolz auf seine Schwester: „Sie kämpft. Es ist Wahnsinn, wie viel Lebenswillen sie hat.“ Wer die Familie unterstützen will, schreibt ihr eine Nachricht über die Facebook-Seite „Kim möchte LEBEN“.

Durch die Typisierungsaktion für Kim Seeger am 1. Mai entstehen der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) pro Person Kosten in Höhe von 40 Euro. Die Krankenkassen übernehmen diese Auslagen nicht. Wer die Aktion unterstützen will, spendet an das Konto bei der Sparkasse Hamburg, IBAN: DE 97200505501217149242, BIC: HASPDEHHXXXjhf www.dkms.de
Die Leukämie-Erkrankung von Kim Seeger hat den Alltag der Familie auf den Kopf gestellt. Ihr Bruder Kai und ihre Mutter Kirsten Seeger nahmen sich Urlaub und verbringen fast jede freie Minute bei der 16-Jährigen im Krankenhaus. Ihr 27 Jahre alter Bruder Maik und ihre 15-jährige Schwester Nina besuchen sie so oft wie möglich. Da die Chemotherapie Kims Immunsystem fast ausgeschaltet hat, muss sie höchste Vorsicht walten lassen. Um sich vor Krankheitskeimen zu schützen, muss sie täglich die Kleidung und die Bettwäsche wechseln. Die Familie darf ihr ausschließlich Lebensmittel servieren, die unmittelbar vorher frisch gekauft wurden. Schon nach einem Tag im Kühlschrank könnten sie Keime tragen, die für einen gesunden Menschen kein Problem, aber für Kim eine Gefahr darstellen.
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