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Wildschweine in Heide : Polizei gibt Entwarnung: Ein Schwein ist tot, das andere außerhalb der Stadt

vom

Agressive Wildschweine sorgten in Heide für Angst und Schrecken. Nach aufregenden Stunden gibt die Polizei Entwarnung.

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 13:44 Uhr

Heide | Zwei ausgewachsene, aggressive Wildschweine haben am Freitagmorgen seit etwa 9 Uhr in der Heider Innenstadt (Kreis Dithmarschen) für Aufregung gesorgt. Sie liefen durch die Straßen und verletzten Passanten, vier von ihnen zum Teil schwer. Einem Verletzten wurde ein Teil des Fingers abgebissen, teilt die Polizei mit. Die meisten Betroffenen erlitten Verletzungen an den Beinen. 

Die Polizei hatte die Bevölkerung aufgerufen, die Innenstadt zu meiden und Gebäude nicht zu verlassen, nachdem die Wildschweine plötzlich aufgetaucht waren. Das zweite Wildschwein hatte am Mittag das Stadtgebiet verlassen, so dass die Polizei Entwarnung geben konnte.

Eines der Wildschweine am Heider Marktplatz in der Nähe des Böttcher-Rondells. Das Foto wurde der Dithmarscher Landeszeitung zugespielt.

Eines der Wildschweine am Heider Marktplatz in der Nähe des Böttcher-Rondells. Das Foto wurde der Dithmarscher Landeszeitung zugespielt.

Foto: Boyens Medien
 

Das andere Tier wurde um 11 Uhr vom Jäger Uwe Ingwersen mit einem gezielten Kopfschuss getötet. Die Polizei steht weiterhin im engen Kontakt mit der Jägerschaft. Wenn das Tier wieder zurück in die Innenstadt kommen sollte, würde eine weitere Aktion beginnen. Die Polizei warnt generell davor, sich Wildschweinen zu nähern. Sollten Wildschweine in bebauten Gebieten wahrgenommen werden, kann man über 110 die Polizei alarmieren.

Dramatische Szenen in der Sparkasse

„Der erste Schuss hat gesessen“, sagte Bürgermeister Ulf Stecher (CDU). Das Tier war zuvor in einer Filiale der Sparkasse am Markt festgesetzt worden. Besonders in der Sparkasse spielten sich dramatische Szenen ab, nachdem dort ein Keiler eingedrungen war. Kunden und Mitarbeiter versuchten sich in Sicherheit zu bringen. Der Filialleiter erlitt aber laut Bürgermeister Stecher Verletzungen an den Beinen. Schließlich wurden Mitarbeiter und Kunden laut Polizei über Fenster und Drehleitern aus dem Gebäude geholt.

Mitarbeiter der Sparkasse werden über ein Fenster aus der Filiale in Heide evakuiert.
Mitarbeiter der Sparkasse werden über ein Fenster aus der Filiale in Heide evakuiert. Foto: Helge Holmson, dpa
 

Das Wildschwein in der Sparkasse lief nach den Schilderungen des Bürgermeisters zwischen Kassenraum und Eingangsbereich hin und her, bevor es unter einen der drei Streifenwagen kroch, mit dem die Polizei den Eingang verbarrikadiert hatte. Da die Waffen der Polizisten zu großkalibrig gewesen seien, habe der Jäger geschossen.

Mehr Details zur Spur der Verwüstung lesen Sie hier.

Wildschweine in Heide: So erlebten Augenzeugen die Jagd

Bürgermeister Ulf Stecher: „In unserer Stadt ist immer was los, aber das habe ich noch nicht erlebt. Ich wünsche den vier verletzten Personen alles gute und dass sie bald wieder gesund das Krankenhaus verlassen können. Mein Dank gilt den Einsatzkräften der Feuerwehr, Polizei und den Rettungskräften. Sie haben professionell gearbeitet und waren sehr schnell vor Ort. Mein Dank geht auch an die Jäger, die mutig und entschlossen sofort richtig gehandelt haben.“

Werner-Marten Hansen (Mitarbeiter der Sparkasse): „Die beiden Wildschweine waren plötzlich in der Kundenhalle und haben mehrere Passanten sofort angegriffen. Dabei trug sich der Filialleiter schwere Unterleibsverletzungen zu. Wir haben die Einsatzkräfte über die Fenster ins Gebäude gelassen. Auf dem gleichen Weg flüchteten auch die Mitarbeiter der Sparkassenfiliale. “

Polizeisprecherin Merle Neufeld: „Eins der beiden Wildschweine konnte mittels Polizeifahrzeugen eingeklemmt werden. Mit einem einzigen gezielten Schuss konnten die Jäger das Tier vor der Filiale erlegen. Der zweite Keiler wurde wenig später in der Nähe des Wasserturmes gesichtet. Berichte, wonach auch dieses Tier erschossen wurde, kann ich nicht bestätigen.“

Uwe Jordt, Sparkassenkunde: „Ich bin in die Kundehalle, als ich von einem Wildschwein fast umgehauen wurde. Es rannte an mir vorbei und streifte dabei mein Bein. Ich habe mich daraufhin sofort aus dem Staub gemacht und das ganze aus sicherer Entfernung beobachtet. Nach etwa einer Stunde ist das Tier von einem Jäger mit einem einzigen Schuss erlegt worden.“

Die Verkäuferin einer Bäckerei sprach gegenüber NDR 1 Welle Nord davon, dass eines der Wildschweine einen Gast regelrecht „aus dem Laden rausgeprügelt" habe. Augenzeugen zeigten sich „völlig fassungslos“ ob der Aggressivität der Tiere. Sie seien „wie aus dem Nichts“ gekommen.

 

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