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Kunstkreis Schenefeld : Zwischen Dynamik und Meditation

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Kunstkreis Schenefeld präsentiert Bilder der Künstlerin Isabella Moog. Pina Bausch und chinesische Entspannungsformen als Inspiration.

Schenefeld | Klaviermusik erklingt. Während sich Pianist Holger Mantey auf seinem Hocker zur Musik bewegt, betritt Isabella Moog den Saal. Ihr Flötenspiel fügt sich in das Klavierspiel ein. Während des musikalischen Vortrags betrachtet das Publikum die Werke der Künstlerin. Die großflächigen farbenreichen Bilder zeigen tanzende Gestalten. Sie scheinen in ihrem Ausdruck zu verharren, um sich sodann wiederum in filigranen Bewegungen aufzulösen.

Die Vorsitzende des Schenefelder Kunstkreises, Ursula Wientapper, hat gestern eine besondere Ausstellung im Rathaus eröffnet. „Bewegte Momente. Die Kraft der Gegenwart“, lautet der Titel der Exposition, die noch bis zum 21. Februar im Rathaus zu sehen ist.

Die Einzigartigkeit des Menschen, seine Emotionalität, Verletzlichkeit, Zerrissenheit und sein Streben nach Entwicklung: Die Malerin und Tänzerin Moog hat sich zum Ziel gesetzt, all dies festzuhalten. „Landschaften faszinieren mich nicht. Bei ihnen habe ich immer den Eindruck, sie sind perfekt“, erläuterte die Künstlerin während der Vernissage. Doch das Thema Tanz und Bewegung lasse sie nicht los. „Ich habe immer das Gefühl, der Mensch benötigt einen Impuls“, sagt Moog. Deshalb ziele sie darauf ab, den Menschen in seiner Zerrissenheit zu verewigen. Die 1964 in Limburg geborene Künstlerin lebt in Lübeck und zeitweise in Griechenland. Bei ihrer Malerei habe sie sich fortwährend von der Musik sowie der bildenden Kunst inspirieren lassen. Zahlreiche ihrer Bilder, darunter eine fünf Meter lange Tänzer-Serie, sind während eines gemeinsamen Projekts mit dem Pianisten Mantey entstanden. „Wenn die Musik erklingt, malt meine Hand alleine“, erläuterte die Künstlerin den Schaffensprozess. Während sie, zumeist blitzschnell, ihre Werke auf die Leinwand pinsele, tanze dabei in der Regel jemand. „Wenn ich male, dann immer mit einem Modell, das tanzt“, berichtete Moog, die bei der international renommierten Ballettdirektorin Pina Bausch ausgebildet wurde. Sie habe auch bereits die Möglichkeit gehabt, bei Ballettdirektor John Neumeier zu malen.

Beim Betrachten der Werke wird deutlich, dass „schnelle Bewegungen“ ein wesentliches Merkmal ihrer Bilder darstellt. So entstanden einige der im Schenefelder Rathaus ausgestellten Bilder innerhalb von zehn Minuten. Einflüsse chinesischer Meditationsformen wie Qi Gong hätten einen wesentlichen Einfluss auf ihr Schaffen, so Moog. Anhänger von Pina Bausch hätten dabei das Gefühl, immer auch ein Element des legendären Tanztheaters wiederzufinden, beschreibt sie ihre Erfahrung. So verwundert es nicht, dass einige von Moogs Bildern in Tanzstudios und bei tanzaffinen Menschen zu finden sind.

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erstellt am 08.Feb.2016 | 14:00 Uhr

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