Pinneberg : Zwei Jahre im Amt: Urte Steinberg setzt auf eine Strategie 2030

Baukräne im Hintergrund: Bürgermeisterin Urte Steinberg hofft auf weitere Investoren, die die Umgestaltung der Pinneberger City vorantreiben. Sie kann sich die Innenstadt als Standort für ein Hotel vorstellen
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Baukräne im Hintergrund: Bürgermeisterin Urte Steinberg hofft auf weitere Investoren, die die Umgestaltung der Pinneberger City vorantreiben. Sie kann sich die Innenstadt als Standort für ein Hotel vorstellen

Die Bürgermeisterin blickt nach vorn. Im Gespräch lässt die 56-Jährige ihr zweites Amtsjahr Revue passieren-

shz.de von
08. Januar 2015, 12:00 Uhr

Pinneberg | Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren wurde Urte Steinberg als Bürgermeisterin Pinnebergs vereidigt. Im Gespräch mit dem Pinneberger Tageblatt lässt die 56-Jährige ihr zweites Amtsjahr Revue passieren – und blickt nach vorn. Das Erreichte mache sie stolz, so die Rathauschefin. An Zielen für 2015 mangele es ihr dennoch nicht. Noch im ersten Quartal des neuen Jahres will Steinberg Altlasten abgearbeitet haben. „Wir müssen die Vergangenheit endlich hinter uns lassen.“

Erste notwendige Schritte wurden bereits 2014 getan. So beauftragte Steinberg externe Fachleute mit der Aufarbeitung des mutmaßlichen Bauskandals am Theodor-Heuss-Gymnasium. Die Fassadensanierung an der Schule war aus bislang unbekannten Gründen unterbrochen, die Baustelle nicht gegen Witterungseinflüsse geschützt worden. Folge: Teile der neuen Fassade müssen demontiert werden. Die Gutachter sollen herausfinden, ob der Stadt Schaden entstanden ist – und wer dafür die Verantwortung trägt. „Bis Ostern soll da ein Deckel drauf“, sagt die Bürgermeisterin, die stets betont hat, nicht davor zurückzuschrecken, Schuldige zu benennen und Konsequenzen zu ziehen.

Den im Dezember von der Politik verabschiedeten Haushalt will Steinberg Ende Januar zur Genehmigung nach Kiel schicken – inklusive geprüfter Eröffnungsbilanz. 2011 öffentlich gemachte Unregelmäßigkeiten im Bereich der Stadtkasse sollen ebenfalls zeitnah aufgearbeitet werden. Ein Kraftakt, da mehrere Mitarbeiter aus der Finanzverwaltung ihren Job gekündigt haben. Abgänge, die nicht sofort zu kompensieren sind. „Die Ausschreibungen laufen“, sagt die Rathauschefin.

Positiv bewertet Urte Steinberg die Entwicklung der Innenstadt. Mit dem Baubeginn für das Büro- und Geschäftshaus der Volksbank und der Ansiedlung von H&M am Lindenplatz seien wichtige Weichen gestellt worden. „Wir haben es zudem geschafft, den Leerstand in der City zu reduzieren“, sagt die 56-Jährige. Das Einkaufszentrum PIZ sei voll vermietet, die Image-Kampagne für Pinneberg erfolgreich angelaufen. Es müsse auch künftig darum gehen, abgewanderte Kaufkraft zurückzugewinnen. Die 2014 begonnenen Quartiersgespräche mit Immobilienbesitzern und Mietern würden 2015 fortgesetzt.

Brauhauses am Marktplatz

Am Fahltskamp bleibe es Ziel, Gastronomie anzusiedeln. „Ich kann mir die Innenstadt zudem gut als Standort für ein Hotel vorstellen“, so Steinberg. Ob es irgendwann tatsächlich zum Bau eines Brauhauses am Pinneberger Marktplatz komme, sei hingegen offen. Der Holmer Gastronom Jens Stacklies hatte bereits 2008 angekündigt, zu investieren – und ein geeignetes Grundstück erworben. Seitdem herrscht Stillstand. „Es gibt keine Neuigkeiten“, bestätigt Steinberg.

Die Entwicklung des Ilo-Geländes am Bahnhof bleibe hingegen im Fokus. Gespräche mit den Eigentümern um die Familie Rahimi liefen derzeit. Ein erster Ansatz, das Areal an Wohnbau-Investoren zu vermitteln, war 2014 gescheitert. Die Genossenschaft Neue GeWoGe soll weiterhin Interesse an dem Standort haben.

Ilo-Gelände rückt in den Fokus

Steinberg hat noch Spaß an ihrem Job, das macht die Verwaltungschefin ohne große Umschweife klar. Sie wolle 2015 einen Strategieprozess anschieben. Es gehe um die Ausrichtung bis ins Jahr 2030. Das Steueraufkommen spiele diesbezüglich ein große Rolle. „Über viele Jahre wurden zu wenig Gewerbeflächen ausgewiesen“, so Pinnebergs Verwaltungschefin. Mit jährlich 14,8 Millionen Euro Gewerbesteuer bleibe die Kreisstadt deutlich hinter den Einnahmen vergleichbarer Kommunen zurück.

Die Entwicklung der Ex-Kaserne in Eggerstedt zu einem Wohn- und Gewerbestandort sei diesbezüglich ein wichtiger Hebel. Steinberg spricht von einer Erfolgsstory, die sich abzeichne. „Pinneberg wird mit dem Verkauf der Flächen unter dem Strich auf jeden Fall Geld verdienen.“ Mit mehreren Millionen Euro Erlös rechnet die Bürgermeisterin, die auch den Umbau des sanierungsbedürftigen Bahnhofs nicht aus den Augen verlieren will. Eine Lenkungsgruppe habe gute Vorarbeit geleistet. 2015 werde mit der Umgestaltung des Umfelds begonnen, 2016 sei dann die Bahn am Zug. Zu den Erfolgen ihres zweiten Amtsjahres zählt Urte Steinberg den Durchbruch in Sachen Westumgehung. Nach notwendiger Rodung werde von einem Baubeginn im zweiten Quartal 2015 ausgegangen. „Pinneberg entwickelt sich“, sagt die Rathauschefin. „Es ist spürbar, dass die Stadt für Investoren wieder interessanter geworden ist.“ Ihr Credo für die kommenden zwölf Monate? „Den positiven Weg weitergehen und möglichst viele Menschen dabei mitnehmen“, sagt Pinnebergs Rathauschefin.

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