„Zusammenarbeit ist ausbaufähig“

Seit drei Jahren bekleidet Henriette Krohn das Amt der Bürgermeisterin in der Gemeinde Tangstedt.
Seit drei Jahren bekleidet Henriette Krohn das Amt der Bürgermeisterin in der Gemeinde Tangstedt.

Tangstedts Bürgermeisterin Henriette Krohn (parteilos) über ihr Leben und ihre Arbeit im Dorf

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14. August 2018, 16:00 Uhr

Wäre es nach ihren ursprünglichen Plänen gegangen, würde Tangstedts Bürgermeisterin Henriette Krohn (parteilos) heute vermutlich als Landschaftsplanerin arbeiten. „Ich wollte nach dem Abitur Landespflege studieren, doch leider war dafür mein Abitur nicht gut genug“, berichtet Krohn im Gespräch mit unserer Zeitung.

Also nutzte sie die Zeit der Wartesemester, um eine Ausbildung zu absolvieren: als Baumschulerin in einem Elmshorner Betrieb. „Trotz der anschließenden Praktika in einer Staudengärtnerei, bei einer Behörde und in einem Landschaftsbüro, sollte ich immer noch mehrere Wartesemester in Kauf nehmen“, so Krohn weiter. Doch sie wollte nicht länger warten, und wählte fürs Studium ihr zweites Standbein – die Liebe zu Büchern – und studierte Bibliothekswissenschaft in Stuttgart. „Letztendlich war es gut so – unsere kleine Bücherei in Tangstedt zu leiten, macht mir immer noch großen Spaß“, so die Bürgermeisterin.

Seit 1992 lebt Krohn in Tangstedt. Geboren wurde sie in Wuppertal, aufgewachsen ist sie im Münsterland.


Eltern Vorbild für Engagement

Sich ehrenamtlich zu engagieren, ist für Krohn selbstverständlich: „Meine Eltern waren im Naturschutz und in der Kirche aktiv. Als Hermann Ahrens mich vor zehn Jahren fragte, ob ich Lust hätte, mich zu engagieren, habe ich sofort Ja gesagt“, berichtet sie. Dabei gehe es ihr weniger darum, politisch aktiv zu sein. „Ich will Gemeindearbeit machen“, betont sie. Ihr persönlich wichtigstes Interesse sind der Umwelt- und Naturschutz in der Gemeinde. „Dazu gehören auch ein neuer Flächen- und Landschaftsplan“, so die Bürgermeisterin.

Aber auch die Kommunikation untereinander liegt ihr sehr am Herzen. „Bei der Zusammenarbeit der Vereine wünsche ich mir ein stärkeres Miteinander. Da hat sich bisher noch wenig verändert, und das ist schade“, sagt sie. Gerade in einem kleinen Ort müsse es selbstverständlich sein, dass sich diejenigen, die sich ehrenamtlich engagieren, auch gegenseitig unterstützen. „Da muss nicht jeder nur immer in den eigenen Kochtopf gucken“, beschreibt sie die Situation.


Ausbau der Krippenplätze

Auch das Engagement der Tangstedter Bürger insgesamt könne noch verbessert werden. „Das muss ja gar nicht politisch sein! Wir haben immer wieder Projekte, bei denen wir einfach Hilfe benötigen. Da können die Einwohner gern auch mal tätig werden.“

Als Ziele nennt die Bürgermeisterin das mäßige Wachstum des Ortes, um die Existenz des Kindergartens und der Schule langfristig zu sichern. Derzeit gelte es, zunächst die Kapazitäten der Kita auszubauen. „Wir haben mit der Planung der Erweiterung begonnen, es sollen zusätzliche Krippenplätze geschaffen werden“, sagt Krohn.

Langfristig wünscht sich Krohn mehr Wohnraum in kleineren Einheiten an der Dorfstraße, beispielsweise für ältere Mitbürger, für die das eigene Haus schlicht zu groß geworden ist. „Aber nicht nur für Senioren, sondern auch für Familien. So etwas wie ein Mehrgenerationenhaus kann ich mir gut vorstellen“, beschreibt Krohn. Idealerweise mit einem kleinen Café nebenan, um so die fehlende Dorfmitte etwas auszugleichen.

„Ansonsten sind wir sehr gut aufgestellt, nicht zuletzt durch die wirklich hervorragende Zusammenarbeit in der Politik, die nach der Wahl auf keinen Fall anders sein wird“, betont die Bürgermeisterin.

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