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Pinneberger Tageblatt

12. Dezember 2017 | 11:52 Uhr

Zum Schnack in den Kuhstall

vom

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2013 | 01:14 Uhr

Bönningstedt | Wie soll es in Zukunft mit kleinbäuerlichen Familienbetrieben weitergehen? Wie können sich Bauern neue Einkommensquellen erschließen?

Auf Einladung der Kreisgrünen besuchte die ehemalige nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin und heutige Bundestagsabgeordnete der Grünen, Bärbel Höhn, Milchbauern in Bönningstedt. Mit ihnen sprach sie über die Zukunft der Betriebe. Politiker und Bauern trafen sich im Kuhstall von Jan Langeloh.

Kürzlich war eine Studie der Hochschule Eberswalde veröffentlicht worden, welche Gesundheitsschäden von Hochleistungsvieh dokumentiert (siehe Infobox). Sie war von den Grünen in Auftrag gegeben worden.

Kritik der Landwirte an den Grünen kam dabei zögerlich. Aber sie kam. "Mit der Studie zur Qualzucht von Tieren werden wir konventionellen Bauern mal wieder an den Pranger gestellt", sagte Ilka Witt, die einen konventionellen Betrieb führt.

Höhn schien in dem Gespräch auf Harmonie bedacht und vermeidet die offene Konfrontation. Sie verteidigt die Studie, beschränkt sich aber mit ihrer Kritik an den Zuchtbedingungen auf Hühner- und Schweinehaltung sowie niedersächsische Großbetriebe.

Zur Zukunft kleiner Höfe sagte Höhn: "Die Bauern sollten nach neuen Einkommensquellen suchen, wie Cafes, Windräder, Photovoltaik oder Ausflugsangebote für Kinder." Außerdem müssten die Direktvermarktung und die handwerkliche Lebensmittelproduktion gestärkt werden. Ein positives Beispiel sei die Käsestraße Schleswig-Holstein.

Noch in diesem Jahr soll eine Reform des EU-Agrarrechts begonnen werden (siehe Infobox). Dazu sagt Höhn: "Wir fordern dabei einen Greeninganteil, der zwischen fünf und 25 Prozent liegt."

Jens Krohn, ebenfalls Bauer auf einem konventionellen Hof, beklagte den bürokratischen Aufwand: "Es kommen immer neue Formulare für Dokumentationen hinzu. Es bleibt kaum Zeit für die eigentlichen Aufgaben - die Bewirtschaftung und Pflege von Flächen und Tieren." Dazu sagt Höhn: "In Nordrhein-Westfalen haben wir mit der Kammern ein Angebot gemacht: Dienstleister haben zu günstigen Konditionen die Dokumentationen übernommen."

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