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Flashmob in Wedel : „Zum Glück sind wir verschieden“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Flashmob gegen Mobbing und für Zivilcourage: Als eine Schule von wenigen im Kreis beteiligt sich das Johann-Rist-Gymnasiums (JRG) am landesweiten Aktionstag.

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Es ist 12 Uhr mittags. Oben an einem offenen Fenster steht Selina Hohensee, unten auf dem Pausenhof des Johann-Rist-Gymnasiums (JRG) drängen sich die Schüler dicht an dicht. Sie seien mehr als 1000, erklärt die Schülerin aus der 13 b. Nur wer bereits Unterrichtsschluss hat oder gerade eine Klausur schreibt, darf fehlen, alle anderen sind gekommen: um ein Zeichen zu setzen, um wachzurütteln, um sich zu bekennen.

"Sprecht mit mir“, ruft Hohensee durchs Megaphon: „Wir sind gegen Mobbing, wir sind gegen Ausgrenzung, gegen Beleidigung, gegen Verletzung jeglicher Art auch über Sozial Media.“ Die Schüler brüllen mit. Dabei halten sie farbenfrohe Masken aus Papier hoch. Die sollen die Vielfalt an ihrer Schule symbolisieren: Jeder ist unterschiedlich, individuell, alle zusammen – ein buntes Völkchen.

Gestern war Anti-Mobbing-Tag in Schleswig-Holstein – und das JRG hat mitgemacht. Das Motto der Aktion, für die Ministerpräsident Thorsten Albig (SPD) die Schirmherrschaft übernommen hatte, lautete: „Zum Glück sind wir verschieden – für mehr Zivilcourage“. Schulen waren aufgerufen, Punkt 12 Uhr einen Flashmob zu organisieren.

Doch das war dem Wedeler Gymnasium – genauer gesagt dem Oberstufen-Kursus „Schule ohne Rassismus“ – nicht genug. Die 19 Schüler dieser freiwilligen Arbeitsgemeinschaft, die seit 2001 am Gymnasium wirkt, wollten mehr machen. Um das Thema zu vertiefen, gingen sie in der vergangenen Woche zu zweit durch die Klassen und gestalteten eine Unterrichtsstunde über Mobbing.

Zuerst gings um die Definition, erzählen sie, und um persönliche Erfahrungen. Dann wurde gespielt. „Didaktische Spiele“, erklärt Lehrerin Susanne Horzela, die den Kursus von Beginn an begleitet. Im Entscheidungsspiel über vier Ecken etwa positionieren sich die Schüler zu bestimmten Fragen und können Statements abgeben, oder sie zeigen auf einer Geraden durch ihren Standort den Wert ihrer Zustimmung.

Schon im vergangenen Jahr machte das JRG beim Anti-Mobbing-Tag mit. Damals wie heute allerdings gabs nicht viele Mitstreiter im Kreis, die gleichzogen. „Das braucht Jahre, bis es sich institutionalisiert“, vermutet Horzela. Das JRG hat diesbezüglich einen langen Atem.

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