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Kreis Pinneberg : Zu wenig Wohnraum ist barrierefrei

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Sozialverband hält Angebot an barrierefreiem Wohnraum im Kreis für unzureichend. „Bedarf steigt!“

shz.de von
erstellt am 23.Nov.2014 | 11:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Hamburg setzt ein Zeichen: Ab dem kommenden Jahr will die Hansestadt den Bau neuer Wohnungen nur noch dann fördern, wenn diese barrierefrei errichtet werden. Hintergrund ist das Fehlen von für jedermann zugänglichem Wohnraum angesichts der zunehmenden Alterung der Gesellschaft.

Ein Problem, das offenkundig auch im Kreis Pinneberg besteht. „Unseren Schätzungen zufolge sind nur etwa zehn Prozent aller Wohnungen im Kreis Pinneberg altersgerecht“, sagt Gerhard Renner, der Vorsitzende des Sozialverbandes Deutschland im Kreis Pinneberg. Insbesondere Altbestände aus den 1950er und 1960er Jahren würden von den Wohnungsunternehmen aus Kostengründen häufig nicht entsprechend umgebaut.

Dort streitet man das gar nicht erst ab. „Das hat in erster Linie technische Gründe. Viele Altbauten haben zum Beispiel Hochparterre. Dort ist es schwierig Barrierefreiheit herzustellen, weil selbst zum Aufzug erstmal eine Treppe überwunden werden muss“, so Wolfgang Hermann vom Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Neue GeWoGe, die nach eigenen Angaben alleine in Pinneberg etwa 1300 Wohnungen verwaltet. Er sagt aber auch: „Alle Wohnungen, die wir neu bauen, sind zumindest barrierearm. Das heißt, sie haben breitere Türen als normal, ebenerdige Duschen und nur geringe Schwellen.“ Seit 2011 errichte man in der Kreisstadt 300 Wohnungen, unter anderem an der Generaloberst-Beck- sowie der Moltkestraße. Das Programm soll 2021 abgeschlossen sein und wird zu 30 Prozent über die landesweite Initiative „Offensive für bezahlbares Wohnen in Schleswig-Holstein“ finanziert. Ein Teil der Wohnungen sei komplett barrierefrei, das heißt unter anderem, vollständig mit dem Rollstuhl zugänglich. Ähnlich sieht es bei der Baugenossenschaft Adlershorst aus, mit 3200 Wohnungen eine der größten ihrer Art im Kreis. „Wir bauen derzeit zum Beispiel 56 Wohnungen in Elmshorn. Alle barrierearm“, sagt Abteilungsleiter Benjamin Schatte.

Gerhard Renner glaubt dennoch, dass das Angebot mit dem Bedarf nicht Schritt hält. „Es geht ja nicht nur um behinderte und alte Menschen. Menschen mit Verletzungen, Schwangere, Frauen mit Kinderwagen. Sie profitieren alle von barrierefreiem Wohnraum sagt er. Auf der anderen Seite dürfe der Umbau allerdings nicht dazu führen, „dass die Wohnungen dann so teuer werden, dass sie sich niemand mehr leisten kann“.

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