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Pinneberger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 17:07 Uhr

Tornesch : Zu viele Legionellen im Trinkwasser

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wohnblock der Adlershorst GmbH in Tornesch betroffen. Kein Einzelfall.

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2015 | 17:30 Uhr

Tornesch | Legionellen im Trinkwasser sind gefährlich. Deshalb hat der Gesetzgeber regelmäßige Probeentnahmen vorgeschrieben. Bei einer Untersuchung in Tornesch durch die Hamburger Brunata Wärmemesser Hagen GmbH ergab sich nun eine zu hohe Kontamination mit den Stäbchenbakterien. Das Wasser in einer Wohnung in dem Wohnblock in der Straße An der Kirche 5 hat die vorgeschriebenen Werte deutlich überschritten.

Kein Einzellfall, wie Kreissprecher Oliver Carstens berichtet. Im vergangenen Jahr seien der Kreisverwaltung beispielsweise 170 Gebäude mit einer Großanlage zur Trinkwassererwärmung gemeldet worden, bei denen die gesetzlichen Höchstwerte überschritten wurden.

An dem Standort des betroffenen Blocks in Tornesch sollen zwei neue Wohnblöcke entstehen. Ein Gebäude ist bereits abgerissen. Das zweite ist noch bewohnt. Dort traten die Legionellen auf. Die Baugenossenschaft Adlershorst investiert derzeit 13,8 Millionen Euro in drei Ökohäuser mit 92 neuen Wohnungen, die meisten davon sind für Menschen mit geringem Einkommen bestimmt.

Die betroffene Wohnung war zum Zeitpunkt der Messung laut Benjamin Schatte, Abteilungsleiter Marketing bei der Adlershorst Baugenossenschaft, vermietet, jedoch bereits längere Zeit nicht bewohnt, sodass kein Wasserhahn benutzt wurde und eine Legionellenbildung begünstigt wurde. Die Bakterien vermehren sich laut Schatte dadurch, dass Wasser längere Zeit still steht – beispielsweise wenn Dusche und Badewanne nicht genutzt werden. Die Wohnung sei zwischenzeitlich an Adlershorst zurückgegeben und wie alle nicht mehr bewohnten Wohnungen in der Wohnanlage vom Wassernetz getrennt worden.

Zusätzlich werden in Absprache mit dem Gesundheitsamt des Kreises Pinneberg an allen Entnahmestellen in dem Block Filter installiert, um mögliche Gefahren mit Legionellen in den leerstehenden Wohnungen auszuschließen. In dem Gebäude gibt es 46 Wohnungen, von denen aktuell 27 Wohnungen vermietet sind. Gefährlich sind die Legionellen vor allem für ältere Menschen, Raucher sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem wie beispielsweise Diabetiker. Infiziert wird man vor allem durch das Einatmen von fein zerstäubtem warmen Wasser. Deshalb ist die Bildung von Dampf und Nebel zu vermeiden.

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