Zu Beginn gleich ein Eklat

Der Pinneberger Rat tagte in seiner neuen Zusammenstellung am Donnerstag zum ersten Mal.
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Der Pinneberger Rat tagte in seiner neuen Zusammenstellung am Donnerstag zum ersten Mal.

Grüne lassen über Wahl der Bürgervorsteherin geheim abstimmen / SPD spricht von einer Farce / 28 Stimmen für di Racca-Boenigk

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16. Juni 2018, 16:00 Uhr

Nach der Kommunalwahl ist vor der Kommunalwahl. Launig und streitbar – so begann auch die neue Amtsperiode. Von Harmonie keine Spur. Ganz im Gegenteil: Die konstituierende Ratsversammlung am Donnerstagabend begann gleich mit einem Eklat. Die Fraktion Grüne und Unabhängige ließ über die Wahl der Bürgervorsteherin geheim abstimmen. Weil die CDU bei der Kommunalwahl die meisten Stimmen bekam, hatte sie auch das Vorschlagsrecht. Zur Wahl stand Natalina di Racca-Boenigk (CDU), die bereits die vergangenen fünf Jahre das Amt bekleidete. Kritik kam sofort von SPD-Ratsfrau Angela Traboldt. Sie sei seit 2003 Ratsfrau, aber das habe sie noch nicht erlebt. „Es ist eine Farce, was Sie hier abziehen“, sagte sie in Richtung Grüne.

„Das ist der Wunsch einiger Fraktionsmitglieder gewesen“, sagte Joachim Dreher (Grüne und Unabhängige). Eine geheime Abstimmung sei ein ganz normales Prozedere. „Wir leben in einer Demokratie.“

Mit 28 Stimmen wurde Natalina di Racca-Boenigk (CDU) wieder als Bürgervorsteherin gewählt. Zehn Ratsmitglieder stimmten allerdings gegen sie. Es gab eine Enthaltung. Zwei Ratsmitglieder fehlten. „Mich hat die geheime Abstimmung überrascht“, sagte di Racca-Boenigk. Sie reichte ihren Gegnern die Hand. „Ich wünsche mir, dass wir weiterhin für die Interessen der Stadt Pinneberg alle an einem Strang ziehen“, sagte sie.

Doch die Kampfansage an die alte und neue Bürgervorsteherin, die auch die Themen für Einwohnerversammlungen festlegt, ging später weiter. So stellten die Grünen und Unabhängigen den Antrag, es soll eine Einwohnerversammlung zu den „Strategischen Zielen der Stadt Pinneberg“ durchgeführt werden. Derzeit können sich die Bürger per Internet an dieser Erhebung beteiligen. Ratsherr Manfred Stache (Grüne und Unabhängige) kritisierte, dass bislang von 45  000 Einwohnern nur 14 abgestimmt hätten. Außerdem müssten sich die Bürger veralbert vorkommen, weil sie nur eine Auswahl von sieben Themenfeldern hätten. „Der Weg ist, so schnell wie möglich in Kontakt zu treten“, so Stache. Wieder sprang Traboldt in die Bresche und stellte sich vor di Racca-Boenigk: „Es obliegt der Bürgervorsteherin, die Themen der Einwohnerversammlung zu bestimmen.“ Auch Florian Kirsch (CDU) sah das so: „Die Bürgervorsteherin kann selbst entscheiden, zu welchem Thema eine Einwohnerversammlung stattfindet. “ Die Grünen änderten ihren Antrag daraufhin in eine Empfehlung ab.

Gestern redete Dreher Klartext: „Wir sind nicht immer zufrieden, wie di Racca-Boenigk die Sitzungen führt. Sie ist nicht objektiv“, so Dreher auf Anfrage.

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