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Pinneberger Tageblatt

21. August 2017 | 14:17 Uhr

Elmshorn : Zoff um den Wasserturm

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Eine Werbung mit dem in Privatbesitz befindlichen Gebäude ärgert die Eigentümer.

Elmshorn | Sie feiern unter dem Namen des Wasserturms. Sie nutzen eines der Wahrzeichen Elmshorns grafisch für die Einladung – und treffen sich dann direkt gegenüber des Wasserturms – zuletzt im August. Seit mehr als 40 Jahren veranstaltet die Deutsche Kommunistische Partei nun schon ihr Wasserturmfest – seit Jahren zum Ärger von Ludwig und Ilse Klein. „Wir sind politisch neutral. Wir haben nichts mit der kommunistischen Partei zu tun“, betont der 61-Jährige.

2002 hatte er den 1902 erbauten Wasserturm gekauft. Das eingetragene Kulturdenkmal beherbergt heute eine Kerzenzieherei und ein Bistro. Es gibt Turmführungen. Die Elmshorner können in diesem außergewöhnlichen Ambiente heiraten, Kulturveranstaltungen genießen. Ilse und Ludwig Klein haben viel Geld und noch mehr Herzblut in ihren Turm-Traum gesteckt – und fühlen sich von der kommunistischen Partei ein Stück weit missbraucht. „Gegen unseren ausdrücklichen Willen wird für eine Parteiveranstaltung Werbung mit unserem Turm gemacht“, kritisiert der 61-Jährige. Mit negativen Auswirkungen für das Ehepaar. „Natürlich bringen uns die Menschen mit dieser Veranstaltung in Verbindung. Sie sprechen uns direkt darauf an“, betont Ludwig Klein. Ihr Wasserturm im Dunstkreis der kommunistischen Partei: Für die Kleins ein unhaltbarer Zustand.

Heinz Stehr , Vorsitzender der DKP in Elmshorn und bis 2010 Bundesvorsitzender, kann die Aufregung nicht verstehen. „Unser Fest ist viel älter als der Besitzerwechsel.“ Für Stehr ist der Wasserturm auch weiterhin ein Wahrzeichen der Stadt, der immer noch quasi allen Bürgern gehöre. „Wir benötigen ihn, für unser Fest, für unsere Einladung“, betont Stehr. Die Partei missbrauche niemanden. Trotzdem: Stehr schaltet nicht auf stur, sondern ist gesprächsbereit.

Die Kommunisten feiern im Namen ihres Turms. Ein bisschen machtlos fühlen sich die Kleins schon. Wenn die DKP zum Fest bittet, schließen sie inzwischen ihren Turm. Sie wollen von diesem Fest nichts sehen und nichts hören. Und eines hat sich Ludwig Klein auch ganz fest vorgenommen: „Wir möchten uns auch nicht länger über das Vorgehen dieser Partei ärgern.“

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