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Pinneberger Tageblatt

18. August 2017 | 16:36 Uhr

Ziel: Gebührenfreie Betreuung

vom

Pinneberg | "Langfristig muss es unser Ziel sein, eine gebührenfreie Kita-Betreuung anzubieten", sagte Ralf Stegner, Landes- und Fraktionsvorsitzender der SPD, gestern im Pinneberger Dolli-Einstein-Haus. Stegner informierte sich gemeinsam mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann, Kreistagsfraktionschef Hannes Birke und dem Landtagsabgeordneten Kai Vogel über die Krippenplatzsituation im Kreis und machte dabei auch in der Pinneberger Awo-Kindertagesstätte Station.

Anlass der Tour war der ab heute geltende gesetzliche Anspruch auf einen Krippenplatz. Dafür sollen die Kommunen ein Betreuungsangebot für zirka 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren vorhalten. Damit ist es nach Stegners Auffassung aber noch längst nicht getan. "Das ist ist nur eine statistische Zahl, die gerade in urbanen Strukturen wie im Kreis Pinneberg auf lange Sicht sicher nicht den tatsächlichen Bedarf widerspiegelt", so Stegner. Für die Zukunft sei es wichtig, nicht nur die Zahlen im Kopf zu haben, sondern sich an den Bedürfnissen von Eltern und Kindern zu orientieren.

"Wir müssen weiter bauen", erklärte SPD-Bundestagsabgeordneter Ernst Dieter Rossmann. Das 35-Prozent-Ziel sei zwar annähernd erreicht worden, aber: Das Krippen- und das Tagespflegeangebote würden sich ungefähr die Waage halten, obwohl nach seiner Auffassung die meisten Mütter und Väter eine Betreuung in der Kita bevorzugen. Deshalb sei es zwingend erforderlich, möglichst bald weitere Krippenplätze zu schaffen.

Es ging bei den Diskussionen mit Dolli-Einstein-Einrichtungsleiterin Ute Rodenwald und Awo-Fachbereichsleiterin Christine Scholz aber nicht nur um die Quantität, sondern auch um die Qualität. So betonte Scholz, dass regelmäßige Weiterbildungen insbesondere für die Betreuung der Kleinsten unerlässlich seien. "Was wir den Jüngsten antun, wird Auswirkungen auf deren gesamtes Leben haben", betonte Scholz. Deshalb dürfe vor allem bei der Krippenbetreuung auf keinen Fall gepfuscht werden.

Daher ist für Stegner klar: "Wir werden in Zukunft mehr Geld für Qualifizierung und Bezahlung der Betreuer ausgeben müssen." Es bestehe ein großer Bedarf an angemessener fachlicher Ausbildung. Er schlägt deshalb eine konzertierte Bund-Länder-Aktion vor, um mehr qualifiziertes Personal für die Kinderbetreuung zu gewinnen. Die SPD-Politiker betonten zudem, dass zu wenig Geld für den Nachwuchs ausgegeben werde und sprechen sich gegen die bisher vorherrschende Fixierung auf Noten aus. Die würden nicht aussagen, ob jemand für die Ausbildung zur sozialpädagogischen Fachkraft geeignet sei und mit Kindern umgehen könne.

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erstellt am 01.Aug.2013 | 03:14 Uhr

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