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Zertifizierte Behandlung für Schlaganfall-Patienten

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erstellt am 16.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Kreis Pinneberg | Eine schnelle Behandlung ist für Schlaganfall-Patienten von enormer Bedeutung, und diese erhalten sie im Pinneberger Regio Klinikum. Vor kurzem gelang es sogar, die Schlaganfall-Station des Krankenhauses als "Stroke Unit" zertifizieren zu lassen. Dieses teilte Professor Dr. Max Nedelmann, der neue Chefarzt der Pinneberger Neurologie, gestern während eines Pressegesprächs mit.

Um das Zertifikat "Stroke Unit" zu erhalten, muss eine Station strenge Standards erfüllen, welche die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft vorgibt. Dazu gehört auch, dass bei Patienten deren Blutgefäße im Gehirn durch ein Blutgerinsel verschlossen werden, möglichst schnell, spätestens jedoch nach viereinhalb Stunden, eine sogenannte Thrombolyse eingeleitet wird, um das Gerinsel aufzulösen. In der Pinneberger Regio-Klinik geschah dies bei 78,1 Prozent der Patienten innerhalb einer Stunde, bei mehr als der Hälfte konnte die Behandlung bereits nach 30 Minuten begonnen werden. Damit liege das Pinneberger Krankenhaus in Schleswig-Holstein an erster Stelle, so Regio-Sprecherin Kerstin Seyfert.

Dass es der Pinneberger Schlaganfall-Station gelungen ist, dieses medizinische Niveau zu erreichen, liege auch daran, dass die Neurologie seit einiger Zeit eng mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) kooperiere, teilte Dr. Thorsten Wygold, ärztlicher Direktor der Regio Kliniken mit. So wurde der Zertifizierungsprozess in Pinneberg während der vergangenen anderthalb Jahre vom Direktor der UKE-Neurologie, Professor Dr. Christian Gerloff geleitet, der die Pinneberger Abteilung im April an Nedelmann übergab.

Die drei Ärtze sind davon überzeugt, dass die zirka 600 Schlaganfall-Patienten, die jährlich in Pinneberg behandelt werden, in der Regio-Klinik gut aufgehoben sind: "Die Behandlungsabläufe auf der Stroke Unit sind kontinuierlich verbessert und gestrafft worden, damit keine wertvollen Minuten verloren gehen". Zumindest innerhalb des Krankenhauses.

"Schlaganfälle tun meistens nicht weh", erklärte Gerloff. Die Symptome seien häufig unspezifisch und so dauere es manchmal zu lange, bis Betroffene in die Klinik kämen. Inbesondere bei Jüngeren, die nicht damit rechnen, einen Schlaganfall zu erleiden. "Es kann aber jeden treffen", sagt Nedelmann, "sobald Lähmungserscheinungen, Seh- oder Sprachstörungen auftreten, sollte die 112 angerufen und der Betroffene ins Krankenhaus gebracht werden". Selbst der Besuch eines Hausarztes könne wertvolle Minuten kosten, in denen das Gehirn unheilbar geschädigt werden könne.

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