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Kreis Pinneberg : Zentrale Feierstunde zum Volkstrauertag

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge trifft sich auf dem Pinneberger Stadtfriedhof zur Kranzniederlegung.

Pinneberg | Volkstrauertag - ein Tag des Gedenkens an Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. In zahlreichen Gemeinden wurden gestern Vormittag Feierstunden begangen und Kränze niedergelegt. Die zentrale Veranstaltung für den Kreis Pinneberg fand traditionell in der Kapelle des Stadtfriedhofs Pinneberg statt. Etwa 70 Besucher, darunter Abordnungen des Deutschen Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerks, des CDU-Stadtverbands, des Bürger- und Schützenvereins, des Sozialverbands, der Feuerwehr und der Polizei, waren der Einladung des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Stadt Pinneberg gefolgt.

Pastor Karl-Uwe Reichenbächer von der Christuskirchengemeinde stellte in seiner Ansprache fest, dass das Gedenken am Volkstrauertag nicht mehr populär sei. Viele Teile der Bevölkerung seien der Auffassung, zumindest die Weltkriege seien viel zu lange her, um immer wieder daran zu erinnern. „Auch wenn es nur noch wenige Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs gibt und es bald keine mehr geben wird, ist das Erinnern an dunkle und grauenvolle Kapitel deutscher Geschichte eine wichtige und bleibende Aufgabe“, mahnte der Geistliche. Der Bund Deutsche Kriegsgräberfürsorge leiste mit der Pflege und Errichtung von Gräbern und Gedenkstätten vorbildliche Arbeit. „Nur dann, wenn es weiterhin Orte der Trauer und des Gedenkens gibt, bleiben die vergangenen Ereignisse von Krieg und Gewalt in unserem Bewusstsein lebendig“, so Reichenbächer.

Kritisch betrachtete der Pastor die Entwicklung in der Gesellschaft, den Sinn von Feiertagen zunehmend zu bezweifeln. Viele Menschen wollten ihr Leben individualisiert gestalten, je nach Lust und Laune dann jeweils an Themen denken, wenn ihnen danach ist. „Nach Zeiten, in denen Traditionen blind übernommen wurden, sind wir nun wohl beim anderen Extrem angelangt, in dem fast jede Tradition und alles kollektive Gestalten über Bord geworfen werden.“ Es sei fatal, wenn die Sonntage nicht mehr als Erholungs- und Einkehrtage verstanden, Weihnachten nur noch als Konsumrummel beschimpft und der Volkstrauertag als eine aufgesetzte Erinnerungsveranstaltung missachtet würden.

„Die Religionen dieser Welt sind beides: befreiend und menschenfreundlich, ebenso wie unterdrückend und menschenvernichtend“, führte Reichenbächer weiter aus. Es liege nahe, angesichts der religiös gefärbten kriegerischen Auseinandersetzungen und der Terrorbewegungen wie „Islamischer Staat“ dafür zu plädieren, Religion oder Religionen seien schuld an den mörderischen Konflikten in der Welt. Doch dies wäre zu kurz gegriffen. Es seien einzelne Repräsentanten und fanatische Gruppen, die ganz weltlich machtpolitische, größenwahnsinnige Ziele verfolgten und dabei die Religionen und damit den Namen Gottes missbrauchten. „Lassen sie uns miteinander über Religionen, Weltanschauungen und Parteien hinweg gemeinsam bauen an einer Welt des Friedens“, so der Geistliche abschließend.

Pinnebergs Bürgervorsteherin Natalina Boenigk betonte, dass das Leben der Menschen im Zeichen der Hoffnung und der Versöhnung unter den Völkern stehe. Im Anschluss an die Feierstunde wurden an der Gedächtnisstätte des Stadtfriedhofs zum Lied „Ich hatt’ einen Kameraden“ Kränze niedergelegt.

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erstellt am 17.Nov.2014 | 12:00 Uhr

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