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Pinneberger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 21:16 Uhr

Zeltlager: Ein Igel als Staubsauger

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sommercamp 26 Kinder und Jugendliche erleben zwölf gemeinsame Tage an der Ostsee / Regeln mussten unterschrieben werden

von
erstellt am 12.Aug.2017 | 16:00 Uhr

Dem Aufruf, am Sommercamp bei Sütel an der Ostsee teilzunehmen, folgten in diesem Jahr 26 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 13 Jahren. Hinzu kamen vier Betreuungskinder, die das Lager organisatorisch unterstützten. „Die meisten kamen aus Hasloh und Bönningstedt, aber es waren auch Teilnehmer aus Ellerbek, Quickborn und Ellerau dabei“, berichtet Martina „Tinka“ Niehusen, Leiterin des Hasloher Jugendraums (JuRa) und des Bönningstedter Kinder- und Jugendzentrums (JuZe).

Zwar mochte das Wetter nicht so richtig mitspielen, so dass beispielsweise die Nachtwanderung und das Lagerfeuer ausfallen mussten, dennoch sei die Stimmung gut gewesen, betont Niehusen.


Jeder musste Aufgaben erledigen


„Kinder sind da flexibler als Erwachsene, denen war die Witterung einfach egal“, so die Erfahrung der Pädagogin. Auch das Schwimmen im nur 17 Grad warmen Wasser sei nur bedingt möglich gewesen.

Bevor die Teilnehmer auf dem Campingplatz anreisten, hatten sie während eines Informationsabends, an dem auch die Erziehungsberechtigten teilnahmen, die Camp-Regeln unterschreiben müssen. „Die erste davon lautet: ,Auf den Betreuer wird gehört‘“, erläutert Niehusen. Für das Zusammenleben sei es unerlässlich, dass es Regeln gebe, an die sich alle halten müssten.

„Außerdem wurden jeden Abend die Aufgaben für den nächsten Tag verteilt“, beschreibt Niehusen einen weiteren Baustein des Camps. Auf- und Abdecken vor und nach den Mahlzeiten im Gemeinschaftszelt, Geschirr abtrocknen, Müll wegbringen, Salat schnibbeln – was im Elternhaus häufig zu endlosen Diskussionen führt, geriet im Zeltlager zur Selbstverständlichkeit.

„Es wurde ausgelost, wer was machen soll – und wer Glück hatte, durfte sich auch einen Tag lang auf die faule Haut legen“, sagt die Jugendpfegerin. Doch spätestens am nächsten Tag seien auch die Faulenzer wieder an der Reihe gewesen.

Geschlafen wurde in einfachen Zelten, lediglich im Verpflegungszelt gab es einen Stromanschluss. „Eines Abends saß ich noch mit Betreuern dort, als plötzlich am Zelteingang ein Igel auftauchte“, berichtet Niehusen. Wie erstarrt sei das Tier stehen geblieben und wenig später wieder verschwunden gewesen. „Am nächsten Morgen sahen wir dann, dass sämtliche Krümel auf dem Boden verschwunden waren – wir hatten also einen Igel als Staubsauger“, sagt Niehusen und lacht.

Anflüge von Heimweh habe es vor allem bei den Kindern gegeben, die das erste Mal für längere Zeit von zu Hause weg waren. „Das ist völlig normal – ebenso wie Konflikte unvermeidbar sind“, erläutert die Pädagogin. Das Zeltlager biete eine gute Möglichkeit, den Umgang mit Meinungsverschiedenheiten zu lernen und adäquate Lösungswege zu üben. „Es wäre geradezu erschreckend, wenn es keine Auseinandersetzungen gegeben hätte“, ist Niehusen überzeugt. Reibereien zuzulassen und Wege aufzuzeigen, wie damit umgegangen werden könne, stelle einen wichtigen Teil ihrer pädagogischen Arbeit dar. „Ohne Konflikte gibt es keine Veränderungen und auch keine Entwicklungen – der Begriff ist zu Unrecht so negativ behaftet“, betont sie. Entscheidend sei, dass die Kinder lernten, sich fair auseinander- und dann auch wieder zusammenzusetzen.

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