Hamburger Cyclassics : Zehn Sekunden Höhepunkt an der Rennstrecke in Wedel

Motivationsspritze: Die Teilnehmer des 60-Kilometer- , des 160-Kilometer- und des Profirennens passierten am Sonntag den Wedeler Roland. 

Motivationsspritze: Die Teilnehmer des 60-Kilometer- , des 160-Kilometer- und des Profirennens passierten am Sonntag den Wedeler Roland. 

Zahlreiche Radsport-Fans entlang der Strecke feuern Tausende Amateurfahrer und das Profifeld an.

shz.de von
20. August 2018, 14:00 Uhr

Wedel | Kurz nach acht am Sonntagmorgen: Etwa 50 Zuschauer hatten sich bereits zu der frühen Uhrzeit am Wedeler Roland eingefunden. Sie fieberten der Ankunft der Jedermänner entgegen, die bei den Hamburger Cyclassics die 60-Kilometer-Strecke absolvierten. Claudia Eichhorn und Kay Hopfe schauten genau hin, wer in welcher Gruppe fährt.

„Es sind drei Bekannte von uns vom Running Team Hamburg West dabei“, sagte Eichhorn. Diese wurden mit lauten Rufen und Rasseln angefeuert – etwas lauter als die anderen Tausend Fahrer, die auch den Roland passierten. Eines war aber für alle sicher: Es gab Beifall als Extramotivation. Die kam bei den Fahrern richtig gut an.

Generalprobe: Bevor das Profifeld durch die Rolandstadt rollte, wurde die La-Ola-Welle noch einmal geübt.
Bastian Fröhlig

Generalprobe: Bevor das Profifeld durch die Rolandstadt rollte, wurde die La-Ola-Welle noch einmal geübt.

 

„Das ist immer ein absolutes Highlight durch Wedel zu fahren“, sagte Wolfgang Mertens. Er bestritt am Sonntag seine sechsten Cyclassics. „Das Wetter war genial. Es war nicht zu warm und trocken. Für uns Radfahrer ist das wichtig“, sagte Mertens. Er lobte die disziplinierte Fahrweise auf der Strecke. Die einzige Ernüchterung sei der Waseberg gewesen. „Wenn ich durch Wedel fahre, habe ich das Gefühl, ich komme nach Hause. Dass der Berg dazwischen ist, ist ärgerlich. Der ist schon richtig anstrengend“, sagte Mertens und ergänzte: „Dafür wurde man mit der Fahrt über die Reeperbahn belohnt. Wobei ich nicht sicher bin, ob einige von gestern Abend dort übergeblieben sind.“ Nach der Zieldurchfahrt in der Mönckebergstraße ging es per S-Bahn nach Wedel. „Erst wird gegrillt, dann schauen wir uns die Profis an“, so Mertens.

Ein Fahrer, zwei Räder: Das Geheimnis des Ersatzsrads blieb ungelöst.
Foto: Fröhlig
Ein Fahrer, zwei Räder: Das Geheimnis des Ersatzsrads blieb ungelöst.
 

Die wollte auch Stephan Braack unbedingt sehen. Er hatte die 110-Kilometer-Tour absolviert, die einzige Strecke, die nicht durch Wedel führte. „Das war schon sehr schade, aber die Strecke war interessant“, sagte er. Die neue Streckenführung durch den Hamburger Süden habe für Abwechslung gesorgt. „Der Sachsenwald mit diversen kleinen Dörfern war schön“, sagte Braack, der die Cyclassics zum 18. Mal fuhr. „Für 160 Kilometer muss man schon fit sein“, begründete er seine Entscheidung für die Mittelstrecke, die er in 3:15 Stunden absolvierte. „Unterwegs war eine gute Stimmung“, lobte er. Und im vergleich zu Wedel? „Hier ist mehr los. Das ist für alle Fahrer ein Highlight“, sagte Braack. Von der Mönckebergstraße war er mit dem Rad zum Roland gefahren, um Weltmeister Peter Sagan zu sehen. Passenderweise hatte der Wedeler sein Rennen im Trikot des deutschen Rennstalls Bora-Hansgrohe bestritten – der Mannschaft von Weltmeister Sagan.

Mit La-Ola-Wellen, Rasseln und Trommeln bereiteten die Wedeler den Amateuren und vor allem den Profis einen lautstarken Empfang. Richtig laut wurde es, als das Profifeld durch die Rolandstadt schoss. Eine Minute nach einer fünfköpfigen Ausreißergruppe raste das Hauptfeld heran. Zehn Sekunden später war alles vorbei. Die Profis waren schon wieder aus dem Blickfeld verschwunden. „So viel Aufwand für zehn Sekunden Profifeld“, sagte Christian Sinn von den Elbmenschen, die das Fest am Wedeler Roland organisierten. Zum neunten Mal wurde es von den Wedeler Kaufleuten ausgerichtet.

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