Zehn neue Räume müssen her

Schulleiter Veit Poeschel muss nach der Entscheidung hin zu G9 das pädagogische Konzept wieder umstellen.
Schulleiter Veit Poeschel muss nach der Entscheidung hin zu G9 das pädagogische Konzept wieder umstellen.

Halstenbek: Rückkehr zu G9 stellt das Wolfgang-Borchert-Gymnasium in Krupunder vor große Probleme

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22. Februar 2018, 16:00 Uhr

Veit Poeschel, Leiter des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums (WoBo) in Halstenbek, ist zufrieden mit seinem Arbeitsplatz. Tolles Kollegium, nette Schüler und mit dem erst 2015 bezogenen Neubau ein Gebäude, um das das WoBo von vielen Schulen aus dem Kreis Pinneberg beneidet wird. Doch Poeschel muss sich auch mit Sorgen herumschlagen. Kopfzerbrechen bereitet ihm die Rückkehr von G8 zu G9.

„Unsere Raumsituation wird sich dadurch weiter verschärfen“, sagt Poeschel. Schon jetzt würden dem WoBo vier Räume fehlen. Der Grund: Das vierzügig geplante Gymnasium ist inzwischen durchgängig fünfzügig. Um den zusätzlichen Raumbedarf aufzufangen, wurden schon zwei Aufenthalts- zu Klassenräumen umgebaut sowie in der Oberstufe zwei Wanderklassen eingerichtet. Zudem können nicht mehr alle Eltern davon ausgehen, dass ihre Kinder am Gymnasium aufgenommen werden. Die Anmeldekapazität wird wie schon im vergangenen Jahr auf 145 Schüler begrenzt. Trotz allem ist laut Poeschel Improvisationstalent gefragt. So sei es mit mehr als 1000 Schülern beispielsweise schwierig, mit nur einer Sporthalle zurechtzukommen.

Mit der Rückkehr zu G9 hilft aber auch Kreativität nicht mehr weiter. Da das Abitur bald wieder nach neun anstatt nach acht Jahren Gymnasium erworben wird, muss das WoBo einen zusätzlichen Jahrgang unterbringen. „Dann fehlen uns zehn Räume“, so Poeschel. Deshalb führe kein Weg an einem Ausbau der Schule vorbei.


Schulleiter Poeschel fordert Ausbau

Die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren schafft noch weitere Baustellen. „Wir müssen uns die Frage stellen, welche Auswirkungen die Umstellung auf unser pädagogisches Konzept hat“, so der Schulleiter. Es sei beispielsweise fraglich, ob es dann noch möglich sei, dass zwischenzeitlich zwei Lehrer in den Klassen unterrichten, um besser auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Darüber hinaus ist eine Anpassung der Lehrpläne erforderlich. Schließlich werde der Stoff, der noch in acht Jahren vermittelt werde, in Zukunft auf neun Jahre verteilt.

Für die Schüler bedeutet das weniger Unterrichtsstunden pro Woche. Späterer Schulbeginn? Früherer Schulschluss? Und eventuell eine Anpassung des Ganztagsangebots? „Das sind Fragen, die wir alle beantworten müssen“, erklärt Poeschel.

Doch trotz aller Fragezeichen hat die G9-Rückkehr nach seiner Auffassung zumindest einen großen Vorteil. Es sei richtig, den Kindern ein Jahr mehr Zeit zum Lernen und Reifen zu geben, betont der Schulleiter.


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