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Pinneberger Tageblatt

24. Oktober 2017 | 01:31 Uhr

Zauberhafte Zeitreise ins Barock

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Konzert Trio „Ensemble Trigon“ feiert Erfolg

Das Ensemble Trigon hat das Publikum in der Drostei auf eine poetisch-klangvolle Reise in die Welt des Minnegesangs aber auch von Trollen entführt. Mit einem breiten Spektrum faszinierte die auf überlieferte Volksmelodien genauso wie auf norwegische Balladen spezialisierte Formation. Das Publikum wusste die Zeitreise hörbar und sichtbar zu schätzen, lauschte den Musizierenden mit verzückt entrückten Mienen.

Drostei-Chefin Stefanie Fricke hatte zuvor in das Konzert eingeführt und lud die Besucher ein, sich, passend zur weihnachtlichen Kulisse vor der Drostei, in „glitzernde, glimmende und leuchtende“ Weihnachtsstimmung zu versetzen. Beim träumerischen, aber auch kraftvoll-temperamentvollen Spiel gelang es dann auch mühelos, der Einladung Folge zu leisten.

Die Blockflötistinnen Katrin Krauß und Kerstin de Witt hatten insgesamt 14 historische Instrumente im Gepäck. Je nachdem, ob Lieder von John Playford (etwa 1651-1721) oder bekannte Weihnachtslieder erklangen, wählten sie die zum Stück passende Flöte.

Es erklangen Instrumente aus der Zeit der Renaissance und dem Barock. So gelang es den Flötistinnen wie auch dem Harfe und Cembalo spielenden Holger Schäfer mal leidenschaftlich und raffiniert, mal vollendet melancholisch in die passende vergangene Zeit zu entführen.


Märchen klangvoll in Szene gesetzt


Beim Vortrag des Märchens „Troll“ entwickelte der Minnesänger bei Harfenklängen erzählerische Qualitäten. Schäfer überzeugte in der Troll-Geschichte, die dessen „Sehnsucht, Mensch zu werden“, in erstklassiger Atmosphäre klangvoll in Szene setzte.

Musikerin Katrin Krauß bereicherte das Konzert mit wissenswerten Details, philosophierte über leidenschaftliche Sammler wie ihren Vater und informierte über altertümliche Musikstücke, für die das Ensemble selbst Arrangements entwickelte.

Zum gespielten Repertoire gehörten Lieder und Tänze von Neidhart von Reuental (1190-1237), aber auch das anonyme Lied „Es ist ein Schnee gefallen“ aus dem 16. Jahrhundert. Bei den Weihnachtsverkündigungen fand sich ebenfalls schwedisches Liedgut. Doch auch deutsche Weihnachtlieder wie „Oh, du fröhliche“ durften nicht fehlen. Mit dem Concerto VII „Fatto per la notte di Natale“ von Arcangelo Corelli (1653-1713) klang das Konzert stimmungsvoll aus.

Das Ensemble Trigon tritt bereits seit 2007 gemeinsam auf. Katrin Krauß lernte Holger Schäfer als 19-Jährige, vor Studienbeginn, auf einer Instrumentenmesse kennen. Krauß spielte sowohl mit Schäfer wie de Witt, bis sich die Musiker später zum Ensemble fanden. Alle drei Musiker sind pro Jahr auf bis zu 60 Konzerten im Einsatz. Nachdem sich Drostei-Chefin Stefanie Fricke bei den Musikern mit Rosen bedankte, demonstrierte das Publikum zur Freude des Trios gesangliche Qualitäten. Mit Freunden stimmte es in das Lied „In dulci Jubilo“ ein. Das Publikum wiederum dankte eine temperamentvolle Zugabe mit Bravorufen. Die Musiker entließen die Besucher wenig später ins stimmungsvoll-weihnachtliche Lichtermeer vor märchenhaft anmutendem Palais.

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