Stadtmuseum Pinneberg : Zauber-Kunst im Museum

Aufbau der Ausstellung: Llaura I. Sünner (von links), Tobias Sandberg, Galerist Wittus Witt und Ralf Jurszo sortieren die Exponate.
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Aufbau der Ausstellung: Llaura I. Sünner (v. l.), Tobias Sandberg, Galerist Wittus Witt und Ralf Jurszo sortieren die Exponate.

Die Ausstellung „Imaginarium“ wird am 29. August eröffnet. Es gibt zahlreiche Bilder und Plastiken zum Thema Bühnenmagie zu sehen.

shz.de von
22. August 2014, 16:00 Uhr

Pinneberg | Das Auge täuschen. Illusionen kreieren. Den Betrachter einen Moment aus der Realität zu entführen. Herausforderungen, denen sich Zauberer und bildende Künstler gleichermaßen stellen müssen. Kein Wunder, dass Wittus Witt nicht nur ein bekannter Bühnenmagier ist, sondern auch in Hamburg eine Galerie betreibt. Gemeinsam mit drei Künstlern aus der Hansestadt entwickelte er die Ausstellung „Imaginarium“, die ab Freitag, 29. August, auch im Stadtmuseum Pinneberg zu sehen sein wird.

„Alle geistige Berührung gleicht der Berührung eines Zauberstabs. Alles kann zum Zauberwerkzeug werden.“ Dieser Ausspruch des Schriftstellers Novalis war das Motto der Kooperation von Llaura I. Sünner, Ralf Jurszo und Tobias Sandberger, die gemeinsam mit Witt alte und neue Werke zusammentrugen, um eine Wunderkammer voller Absonderlichkeiten zu erschaffen. Der Kontakt an die Pinnau kam zustande, als Jurszo die Lesung über magischen Realismus im Stadtmuseum besuchte.

Jurszo selbst ist Maler und brachte „magische Pflanzen“ auf die Leinwand. Leuchtend heben sie sich vom dunklen Hintergrund ab. Die abgebildeten Gewächse waren dem Volksglauben nach schon in mittelalterlichen Hexenküchen zu finden, doch auch heute erfreuen sich manche der Pflanzen aufgrund ihrer berauschenden Wirkung einer gewissen Beliebtheit.

Sünner stellt vor allem Plastiken aus, ihre „Preziosen“. Zauberstäbe aus Metall und Glas liegen ebenso in den Vitrinen wie Schatullen aus Filz oder Amulette. Schon die Namen der Objekte sind kunstvoll-verspielt. Das „Dreidimensionale Schlangengiftpiktogramm“ findet sich ebenso wie die „Unmengentotefliegensammlung“.

Sandbergs Hauptbeitrag ist eine Mischung aus surrealem Comic und abstrakten geometrischen Formen. Der Charakter „Jack-in-the-Box“ beginnt als klassischer Bühnenmagier in Cape und Zylinder, schnell werden seine Abenteuer jedoch immer absurder, Jack schrumpft, verändert seine Gestalt oder wird in eine Frau verwandelt. Die Exponate der drei Künstler werden von allgemeinen Ausstellungsstücken zum Thema Zauberkunst begleitet, wie zum Beispiel von alten Plakaten. Hier kommt das Fachwissen von Galerist Wittus Witt zum Tragen, der unter anderem mit dem Magazin „Magische Welt“ die größte Zeitschrift für Zauberkunst in Europa herausgibt und eine umfassende Sammlung von Gegenständen aus der Geschichte der Bühnenmagie besitzt.

Galerist und Zauberkünstler Wittus Witt tritt am Mittwoch, 3. September, ab 19 Uhr mit seinem Programm „Schöner Schein“ im Stadtmuseum auf. Witt führt dabei die Zuschauer durch die Geschichte der Zauberei, von Gauklern bis zu den Entertainern des 21. Jahrhunderts. Er erzählt Anekdoten und Geschichten, schlüpft in verschiedene Rollen und demonstriert natürlich auch seine Zauberkunst.
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