Kreis Pinneberg : Zahl der Einbrüche steigt weiter

Haben in Bad Segeberg die Kriminalstatistik 2013 präsentiert: Andreas Görs, Frank Matthiesen und Ingo Minnerop.
Haben in Bad Segeberg die Kriminalstatistik 2013 präsentiert: Andreas Görs, Frank Matthiesen und Ingo Minnerop.

Kriminalstatistik 2013: Die Polizei registriert mehr Einstiege und Drogendelikte. Trotzdem liegen die Straftaten pro Einwohner im Kreis Pinneberg unter dem Landesdurchschnitt.

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08. März 2014, 06:00 Uhr

Ist der Kreis Pinneberg sicherer geworden? Die Kriminalstatistik 2013 lässt dies vermuten, denn die Gesamtzahl der Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Doch die Polizei hat bei Delikten, welche das Sicherheitsempfinden der Menschen besonders stören, eine Zunahme registriert. Gestern präsentierte die Polizei das Zahlenwerk in Bad Segeberg.

Eine gute Nachricht: Die Häufigkeitszahl, also die Zahl der Straftaten pro 100 000 Einwohner, lag 2013 mit etwa 6800 erneut unter dem Landesdurchschnitt von 7100. Spitzenreiter im Kreis war Elmshorn mit 9000, die Zahl in Rellingen mit 4400 kreisweit am kleinsten – trotz der Nähe zu Hamburg und dem Fakt, dass die Häufigkeitszahlen in Städten höher sind als auf dem Land.

Positiv war auch die Aufklärungsquote. Sie stieg von etwa 47 auf 49 Prozent. Vor etwa zehn Jahren lag sie noch bei 40 Prozent. „Darauf können wir stolz sein“, sagte Andreas Görs, Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg. Und die vergleichsweise geringe Häufigkeitszahl habe einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität der Menschen. Dass es insgesamt weniger Straftaten gab (2013: 20 400, 2012: 21 000), erklärten die Beamten mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft. Zudem trüge auch die Bevölkerung mehr und mehr zur Aufklärung bei.

Das Sicherheitsempfinden wird jedoch besonders von Taten wie Wohnungseinbrüchen beeinträchtigt. Mit einem Einbruch dringen Diebe tief in die Privatsphäre ein. Und die Zahl der Einbrüche hat von 809 (2012) auf 841 (2013) zugenommen. Die Werte dokumentieren einen Trend – 2007 lag die Zahl noch bei 529. Diebstähle, wozu auch Einbrüche gehören, machen fast die Hälfte aller im Kreis begangenen Straftaten aus. Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion (Kreise Pinneberg und Segeberg) wurden zudem so viele Einbrüchen verübt wie sonst nirgendwo in Schleswig-Holstein. Die Beamten begründen das mit der Nähe zu Hamburg und der guten Anbindung durch die großen Verkehrsadern. Immerhin stieg die Aufklärungsquote von etwa sechs auf etwa zehn Prozent.

Zahlreiche Taten erfasste die Polizei in Deliktgruppen:

Mord und Totschlag: „Straftaten gegen das Leben“ registrierte die Polizei neun Mal – meistens Totschlag. Die Aufklärungsquote lag in dieser Gruppe laut Polizei bei bis zu 90 Prozent, weil es oft enge persönliche Beziehungen zwischen Tätern und Opfern und damit viele Spuren für die Ermittler gebe.

Sexualdelikte: Taten „gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ haben zuletzt massiv zugenommen. 2013 waren es 193, im Vorjahr 173 und davor 138. Grundsätzlich würden zwar weniger Sexualstraftaten begangen. Doch in den vergangenen Monaten habe es bundesweite Großverfahren gegeben, etwa wegen Verbreitung von Kinderpornographie, wie der Pinneberger Kripo-Chef Ingo Minnerop sagte. Daran seien auch mutmaßliche Täter aus dem Kreis Pinneberg beteiligt gewesen. Die Verbreitung von Pornographie machte den größten Teil der Taten aus, gefolgt von Kindesmissbrauch, Exhibitionismus und Vergewaltigung.

Raub: Die Zahl der Rohheitsdelikte, zu denen Raub und Körperverletzung zählen, hat von etwa 3000 auf etwa 2800 abgenommen. Die Aufklärungsquote hat von etwa 89 auf etwa 90 Prozent zugelegt. Sie folgte einem positiven Trend. 2007 waren es noch etwa 85 Prozent.

Jugend: Erfreulich ist laut Polizei eine seit zehn Jahren abnehmende Jugendkriminalität. Kinder (bis 13 Jahre), Jugendliche (14 bis 17 Jahre) und Heranwachsende (18 bis 20 Jahre) sind immer seltener an Straftaten beteiligt.

Drogen: Die Zahl der registrierten Rauschgiftdelikte schwankt häufig. Zuletzt stieg sie von 580 auf 939 drastisch an. Minnerop begründet das bildhaft: „Sticht man mal eine Blase an, läuft meist viel nach.“

Internet: Rasant zugelegt hat die Cyberkriminalität. Allein die registrierten Waren- und Warenkreditbetrugsfälle im Internet nahmen von etwa 980 auf etwa 1400 zu. Verlässliche Aussagen zum Ausmaß sind laut Polizei nicht möglich. Viele Taten, von denen Menschen in der Region betroffen seien, würden im Ausland begangen.

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