Nach Schimmel-Befall : Zähe Entscheidung für eine Kita-Übergangslösung in Pinneberg

Die Heilig-Geist-Kindertagesstätte am Ostermannweg ist fast 50 Jahre alt.
Die Heilig-Geist-Kindertagesstätte am Ostermannweg ist fast 50 Jahre alt.

Ausschuss stimmt Übergangslösung im ehemaligen Verkehrsamt für Kinder vom Ostermannweg zu.

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19. April 2018, 12:00 Uhr

Pinneberg | Es war eine zähe Diskussion im Pinneberger Ausschuss Soziales, Kinder, Senioren. Aber am Ende stand ein Ergebnis: Die Politiker haben mit zehn Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen ihr Okay gegeben für die Anmietung und den Umbau des ehemaligen Verkehrsamtes an der Flensburgerstraße als Übergangslösung für die geschlossene Kita Ostermannweg. Eine gute Nachricht für die Eltern, die die Sitzung verfolgten.

Schließung wegen Schimmelbefall

120 Kinder warten seit Oktober 2017 darauf, wieder gemeinsam untergebracht zu werden: Wegen Schimmelbefall mussten sie über Nacht ihre Kita räumen und sind seitdem auf andere Tagesstätten verteilt. Ein unmöglicher Zustand für die Kinder und ihre Eltern. Der Druck auf Politik und Verwaltung, zu handeln, war groß. Ihre Lösung sieht einen rasanten Umbau des leerstehenden Verkehrsamtes für 422 000 Euro bis August vor. Hinzukommen nach derzeitigem Stand Mietkosten über 4400 Euro pro Monat – Folgekosten von 52 800 Euro pro Jahr ohne Strom, Gas und Wasser.

Bei den Kosten hatten einige Politiker Bedenken. Die Ausschussvorsitzende Ulrike Bues (Grüne und Unabhängige) erklärte: „Wir trauen der Kostenschätzung nicht. Wir fürchten, dass es noch teurer wird auf Kosten anderer Projekte.“ Parteikollegin Daniela Hartmann erläuterte: „Wir hatten zwei Sachverständige da, die beide sagen, dass die Kosten darüber hinausgehen werden, und die Bauzeit ist kaum einzuhalten.“ Fachbereichsleiter Heiner Koch gab zu, dass bei einem Puffer von nur fünf Tagen nichts schiefgehen dürfe.

Keine Alternative

Immer wieder fiel an dem Abend der Satz „Wir haben keine Alternative“. Das wollten die Grünen aber nicht hinnehmen: Sie hatten eine Stunde vor der Sitzung einen Antrag gestellt, Container an der Müssentwiete in Betracht zu ziehen – möglicherweise schneller und kostengünstiger. Dem widersprach Koch: „Wir haben ein Angebot eingeholt, Container sind mit 485 000 Euro auch kein Schnäppchen.“ Stephan Schmidt (CDU) gab zu bedenken: „Das Verkehrsamt ist nur wenige Meter vom alten Standort entfernt. Die Müssentwiete ist schlecht zu erreichen.“ Auch Bernd Hinrichs (CDU) sagte: „Die Idee ist gut, aber nicht jetzt. Um Gottes Willen, lasst uns das endlich zu Ende bringen.“ Der Container-Antrag wurde letztendlich mit einer deutlichen Mehrheit abgelehnt und für die Anmietung des Verkehrsamtes gestimmt. Über den Mietpreis soll mit dem Kreis Pinneberg noch verhandelt werden.

Aufatmen bei den Eltern

Große Aufatmen unter den Eltern, die sich im Publikum den einen oder anderen Kommentar zu der Debatte nicht verkneifen konnten. Damit ist die erste Hürde genommen – weitere Entscheidungen folgen im Ausschuss Umwelt, Naturschutz und Kleingartenwesen am 25. April sowie für Wirtschaft und Finanzen am 26. April. Eine „völlig überflüssige“ Beratung, nannte das Dieter Tietz (SPD). „Hoffentlich werden da keine Bremsen mehr gestellt.“ Denn erst dann ist der Weg frei für die endgültige Entscheidung in der Ratsversammlung. Diese soll am 3. Mai fallen.

Auch ein Neubau für 4,3 Millionen Euro auf dem Grundstück des kirchlichen Kita-Trägers, den die Stadt auf Raten bezahlen soll, stand auf der Tagesordnung. Immer wieder vermischten sich in der Diskussion Übergangslösung und Neubau. Tietz ermahnte: „Wir müssen die Dinge trennen.“ Zu dem Neubau sagte er: „Die Kosten haben uns aus den Puschen gehauen, das wollen wir sehr genau prüfen.“ Die Entscheidung wurde in die Ratsversammlung verwiesen.

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