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Pinneberger Tageblatt

22. August 2017 | 04:10 Uhr

Schenefeld : XFEL braucht ein Gästehaus

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

SPD-Bundestagsabgeordneter Ernst Dieter Rossmann besichtigt Anlage. Für ein Besucherzentrum soll Geld eingeworben werden.

Schenefeld | Helme, Leuchtwesten und Gummistiefel gehören zum Rüstzeug, um die im Bau befindliche XFEL-Forschungsanlage in Schenefeld zu besichtigen. Mit der erforderlichen Ausstattung versehen, haben sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann, XFEL-Wissenschaftler und Stadtvertreter einen Überblick über den Stand des Vorhabens verschafft. Besichtigt wurde eine der fertiggestellten Tunnelröhren, in der Wissenschaftler schon bald in spezieller Magnetanordnung Röntgenblitze erzeugen.

„Ich freue mich, dass der Leuchtturm Schenefeld wächst und wächst“, sagte der Bundespolitiker zum internationalen Prestigeobjekt. Für ihn als Forschungspolitiker stelle ein Projekt wie XFEL das „absolute Highlight“ dar. Mit dem XFEL wollen Forscher unter anderem Prozesse im Atom-Maßstab in Viren und biologischen Zellen filmen. Die 3,4 Kilometer lange Anlage erzeugt extrem energiereiches Laserlicht.

XFEL-Geschäftsführer Professor Massimo Altarelli ging in einem Vortrag auf Fragen des Bundestagsabgeordneten ein. Er erläuterte ihm sowie den SPD-Vertretern Frank Grünberg und Kai Harders grundlegende Fakten. Die Basis des Vorhabens ist ein völkerrechtlicher Vertrag unter zwölf Partnerstaaten – darunter Russland. Die aktuelle Beziehung zu Russland stellt ein „ gewisses Risiko“, dar räumte Altarelli auf Nachfragen Rossmanns ein. „Russland wird jedoch größten Wert darauf legen, nicht vertragsbrüchig zu werden“, zeigte sich der Professor überzeugt.

Russland beabsichtigt, sich mit über 300 Millionen Euro am Vorhaben zu beteiligen und ist damit nach Deutschland der zweitgrößte Gesellschafter. 800 Strahlführungsmagnete und etliche Komponenten für die supraleitende Kältetechnik der Anlage kommen unter anderem von russischen Institutionen. Das Gesamtbudget für die Bauphase beträgt 1,1 Milliarden Euro, Deutschland trägt 54 Prozent davon. Wie die Personalauswahl erfolgt? „Das einzige Auswahlkriterium ist Exzellenz“, erläuterte Altarelli. Insgesamt wird es sechs Experimentierplätze geben. Forschergruppen werden dort rund um die Uhr arbeiten. Insgesamt beläuft sich der Personalstamm für das Projekt – von XFEL sowie Desy – auf 500 Köpfe. Ebenfalls geplant: ein Besucherzentrum. „Wir möchten den Campus für Schüler und Studenten so offen wie möglich gestalten“, sagte Dr. Thomas Tschentscher, einer der leitenden Direktoren. Es solle eine Möglichkeit geschaffen werden, die Experimentierhalle von oben zu beobachten. Da derartige Kosten nicht im Budget enthalten sind, versuchen die XFEL-Mitarbeiter Mittel von der EU und privaten Stiftungen zu generieren.

Altarelli und Team sind zudem im Gespräch mit Investoren. Grund: ein Gästehaus in Schenefeld sei unverzichtbar. Ein solches Objekt solle sich für die rund um die Uhr tätigen Forscher „nur fußläufig“ entfernt vom Gelände befinden.

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erstellt am 25.Aug.2014 | 10:00 Uhr

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