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JBS in Pinneberg : Wut-Schüler fordern eine Mensa

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ganztagsschule ohne warmen Mittagstisch: Gymnasiasten gehen auf die Barrikaden, die Eltern kritisieren die Stadtverwaltung.

Gestern Mittag, 13 Uhr: Jungen und Mädchen strömen aus den Klassenräumen am Fahltskamp. Sammeln sich auf der Schultreppe vorm Johannes-Brahms-Gymnasium. Camping-Kocher zischen. Ravioli werden verschlungen. Ein improvisierter Mittagstisch – weil es an der Schule noch immer keine Mensa gibt. Tenor der Protestaktion, die die Stadtverwaltung „auf den Pott setzen“ soll: „Wir wollen eure Suppe nicht auslöffeln.“

Fakt ist: Seit anderthalb Jahren wird über die Mittagsverpflegung am Gymnasium diskutiert. Eine im Februar 2012 gegründete Arbeitsgemeinschaft hat längst ein Konzept für die Versorgung der Schüler vorgelegt. Träger soll der Cafeteria-Verein der Schule sein. Das Konzept, das im Frühjahr 2013 Zustimmung bei der Politik fand, sieht vor, die bestehende Cafeteria zunächst auszubauen und warmes Essen aus einer externen Großküche anliefern zu lassen. Langfristiges Ziel bleibt der Neubau einer Mensa.

Auf eine Umsetzung des Provisoriums, für das die Politik 35 000 Euro bewilligt hat, warten Schüler, Eltern und Pädagogen bis heute. Ins neue Schuljahr startete das als offene Ganztagsschule geführte Gymnasium ohne Mittagstisch. Christoph Forsthoff, der sich für den Cafeteria-Verein engagiert, hat für die Hängepartie kein Verständnis: Die Stadt habe es versäumt, sich um eine Zwischenlösung zu kümmern. „Die haben das schleifen lassen“, sagt auch Forsthoffs Mitstreiterin Margot Brink, die gestern bei der Ravioli-Ausgabe half.

Für eine Schule im Ganztagsbetrieb ist eine Mensa eigentlich obligatorisch. Gab es bis vor Kurzem eine Kooperation mit der benachbarten Gastronomie des VfL Pinneberg, ist die mittlerweile ausgelaufen. Nach Informationen unserer Zeitung haben besorgte Eltern das Bildungsministerium über den Missstand informiert.

Den ganzen Tag Schule. Keine Gelegenheit, satt zu werden. Das schmeckt den Pinneberger Schülern gar nicht. Sie sind auf Eltern angewiesen, die momentan noch mit Würstchen und Frikadellen aushelfen. „Eine Notlösung, mehr nicht“, sagt Brink. Und reicht einem Mädchen die nächste Dose Nudeln.

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erstellt am 18.Sep.2013 | 16:00 Uhr

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