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Blaulicht : Wütender Autofahrer demoliert Rettungswagen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der 86-jährige Mann war über das in zweiter Reihe parkende Fahrzeug so aufgebracht, dass er handgreiflich wurde.

von
erstellt am 23.Mai.2017 | 14:10 Uhr

Wedel | Es ist wohl der Albtraum jeder Einsatzkraft: Ein 86-jähriger Autofahrer beschädigte am Mittwochabend ein Einsatzfahrzeug der Rettungsdienst Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) schwer. Der Mann wollte sich anscheinend nicht damit abfinden, dass ein Rettungswagen seinen Weg auf einer Wedeler Straße versperrte, wie der Rettungsdienst Dienstag mitteilte. Nach mehreren erfolglosen Hupversuchen und Handgreiflichkeiten den Rettungskräften gegenüber, versuchte er den Weg mit Hilfe seines Pkws selbst frei zu machen.

Der Rettungswagen parkte in zweiter Reihe, nicht unüblich im Notfall. „Einfacher Hintergrund ist, dass im Notfall einfach keine Zeit vorhanden ist, einen ordnungsgemäßen Parkplatz aufzusuchen. Das versteht im Normalfall jeder,“ sagte Christian Mandel von der RKiSH. Der 86-Jährige ging einen der Rettungsassistenten an und forderte ihn lautstark auf, die Straße sofort frei zu machen. Zu dem Zeitpunkt war jedoch die Versorgung des Patienten wichtiger - die Rettungskraft kam der Aufforderung des Autofahrers nicht nach. 

Erster Versuch war erfolglos

 „Er setzte sich in seinen Pkw und gab Gas. Das Auto quetschte sich förmlich an dem immer noch parkenden RTW vorbei, fuhr sich aber in einem ersten Versuch fest. Der seitlich am Rettungswagen stehende Kollege konnte sich vor der Attacke des Mannes nur durch einen beherzten Sprung zur Seite retten. „Er blieb zum Glück unverletzt“, wie die RKiSH mitteilte. Beim Durchfahrtversuch wurde der Rettungswagen schwer beschädigt. „Die Tür eines Seitenfaches wurde komplett aus den Halterungen gerissen“, so Mandel weiter. Der Fahrer flüchtete im Anschluss, wurde jedoch später von der Polizei gestellt. Der Führerschein des Seniors wurde laut Polizei beschlagnahmt.

Am Rettungswagen entstand ein Schaden in Höhe von mehreren tausend Euro. Das kaputte Einsatzfahrzeug blieb zunächst beschädigt vor Ort. „Kollegen der Berufsfeuerwehr Hamburg mussten anrücken und den Patienten übernehmen“, sagte Mandel auf Anfrage von shz.de.

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