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Kummerfelder Kita : Wütende Eltern machen sich Luft

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Begehung vor dem Umzug in die alte Grundschule: Mütter und Väter der Kinder der Marienkäfergruppe in Kummerfeld bleiben skeptisch.

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erstellt am 25.Sep.2015 | 16:00 Uhr

Kummerfeld | Am Ende entlud sich die Wut der Eltern an Kummerfelds Bürgermeisterin Erika Koll (SPD) und an einem Mann: Nachdem der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Supthut an die Eltern der Kindergartenkinder appellierte, sie sollten sich doch solidarisch zeigen mit den Eltern, die bisher keine Krippenplätze bekommen haben, platzte Mutter Annika Looks: „Sie haben doch gepennt und nicht früh genug Plätze geschaffen. Es hätte doch schon längst etwas passieren müssen. Sie wussten doch genau, welche Baugebiete Sie ausgewiesen haben.“ Supthut äußerte sich dazu nicht weiter, wiederholte seinen Appell gegenüber der wütenden Menge.

Die Emotionen kochten hoch am Mittwochabend in der ehemaligen Grundschule. 30 Mütter und Väter waren auf Einladung der Bürgermeisterin gekommen, um sich die Räume anzusehen, in denen die Marienkäfergruppe der evangelischen Kindertagesstätte St. Martin laut Koll bereits in etwa einer Woche toben und spielen soll. Der Umzug von zunächst einer Gruppe und später einer zweiten soll wie berichtet Platz schaffen für eine weitere Krippengruppe in der Gemeinde, die dringend benötigt wird. Ab dem 1. Dezember werden im Hauptgebäude neben der Kirche zehn weitere Mädchen und Jungen bis drei Jahre betreut.

Auf den ersten Blick machten die Räume der alten Grundschule auf die Eltern einen guten Eindruck. Weil bis zum Jahr 2013 die Miniforscher dort spielten, konnte die Gemeinde auf die Garderobe und die instalierten Kindertoiletten zurückgreifen. Zudem wurde gestrichen und der Boden grundgereinigt. Der Zaun war zwar mit einem Flatterband angedeutet, aber noch nicht aufgestellt. Das Bürgermeisterzimmer soll nach dem Umzug in den hinteren Trakt des Gebäudes verlegt werden. Dort werden dann auch die Sprechstunden abgehalten.

Eltern kritisieren Informationspolitik

Viele der Mütter und Väter waren froh, die Räume zu Gesicht zu bekommen, nachdem die Informationspolitik aus ihrer Sicht schlecht gelaufen war. Nach dem Elternabend Anfang September war der zuständige Geschäftsführer des Kitawerks Pinneberg, Andreas Brenner, in den Urlaub gefahren, und ist bis zum 5. Oktober nicht erreichbar. Viele Fragen, zum Beispiel wie der Betreuungsschlüssel aussehen wird, blieben auch an diesem Abend offen. Das frustrierte die Eltern. Denn von der Kitaleitung oder vom Träger war niemand da.

Mutter Sylvia Amann sagte am Mittwoch: „Vom Prinzip her sind die Räume nicht schlecht. Aber man hätte das solidarischer lösen können und die Eltern mit einbeziehen müssen. Man hat uns vor vollendete Tatsachen gestellt. Es gibt einfach noch viele Fragezeichen.“ Sie merke aber, dass aufgrund des Drucks vermehrt auf die Wünsche der Eltern eingegangen werde. „Hübsch ist was anderes, aber es ist funktional“, lautete ihr Fazit zu den Räumen. Sie hätte eine langfristige Planung besser gefunden.

Vater Dirk Fanter sagte zum steigenden Betreuungsbedarf: „Selbst, wenn die Nummer hier durchgestanden ist, das Problem bleibt. Die Schraube dreht sich immer weiter.“ Bürgermeisterin Koll zeigte sich reumütig und räumte ein, dass eine frühere Infoveranstaltung für die Eltern besser gewesen wäre. „Manchmal gerät man aber einfach unter Zugzwang und braucht eine schnelle Lösung“, so Koll. Sie versprach, sich für die Eltern einzusetzen. Harald Schmidt, Vorsitzender des Vorstands des Kitawerks Pinneberg und Pastor wollte sich gestern nicht ausführlich äußern, da Brenner für den Umzug Ansprechpartner sei. Allerdings stellte er klar: „Es gibt keinen Umzug bevor nicht alle Vorbereitungen getroffen sind. Es gibt keinen Zeitdruck.“

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