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Pinneberger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 19:32 Uhr

Würstchen bei dickem Panzereis

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kultstatus Ehepaar Kretschmer vom Imbissstand auf dem Arkdadenhof sagt nach 31 Jahren Tschüss / Letzter Termin: 30. Dezember

„Der Weg zum Dieter immer lohnt, auch wenn er etwas weiter wohnt.“ Der benachbarte Schlachter Heiko Rawald dichtete derartige Zeilen auf Elisabeth und Dieter Kretschmer vom Imbissstand. Das Ehepaar Kretschmer fand sich seit 31 Jahren jeden Freitag auf dem Rellinger Wochenmarkt ein – und mit ihm jede Menge treue Anhänger.

Dazu gehört die eigens mit Plakette ausgestattete Currywurst-Gruppe genauso wie andere treue, häufig in Cliquen organisierte Freunde von Kretschmers delikaten Produkten rund um die Wurst. Das Spektrum reicht von Schaschlik über Krakauer, Thüringer bis hin zur Erbsensuppe.


Gesundheit geht vor


Doch am 30. Dezember gibt die Familie ihren Stand endgültig auf und sagt Tschüss. Elisabeth und Dieter Kretschmer geben als Rückzuggrund „gesundheitliche Gründe“ an. „Wir hören hier mit ganz dollem Bauchweh auf“, bedauerte Elisabeth Kretschmer. Sie und ihr Mann fühlten sich auf dem Rellinger Arkadenhof „wie zuhause“.

Das Ehepaar ist seit drei Jahrzehnten bis auf vier Wochen Urlaub im Sommer jeden Freitag in Rellingen präsent. Sie haben während dieser Zeit Kinder zu Erwachsenen heranreifen sehen, die später selber wieder mit ihren Lütten vorbeischauten. „Die Geschichten, die wir hier erlebt haben, wären Stoff für einen Bestseller“, berichtete Elisabeth Kretschmer. Sie und ihr Mann kennen hier „fast jeden mit Vornamen“. Die Menschen hätten ihnen „lustiges, böses, trauriges und erfreuliches“ erzählt. Sie bedauerte, dass „der Markt irgendwann seinen Tribut“ fordere.

Die treuen Anhänger des Standes trafen sich gestern in üblicher Form bei den Kretschmers, um in alter, gewohnter Weise mit ihnen zu plaudern. „Wir sind zwar nicht mit Plakette, aber mit dem Herzen dabei“, informierte Rolf Wohlers aus Halstenbek. Wie Wolfgang Püpke aus Rellinger sparte er nicht mit Lob. „Es handelt sich hier um einen ordentlichen, netten Verkaufswagen“, so Püpke. Die Wohlers hätten „immer ein offenes Ohr“ für ihn gehabt. Mit seiner Freitags-Gruppe, einem harten Kern von zehn Leuten, schätzte es Püpke, sich bei Kretschmers auf einen Klönschnack zu treffen.

Das Ehepaar blieb seinen Kunden treu, egal ob es schneite oder unerträglich heiß war. Hippler berichtete, bei den Kretschmers schon bei „20 Zentimeter Panzereis“ gestanden zu haben. Sönke Kaiser und Thorsten Hippler wussten Ähnliches zu berichten. „Nach all den Jahren hatten die Kretschmers immer einen Schnack drauf“, so Kaiser.

Claudia Edel tritt im neuen Jahr die Nachfolge an. Bekannte und Freunde haben am kommenden Freitag noch einmal die Chance, sich von den Eheleuten persönlich zu verabschieden. Schlachter Heiko Rawald ließ die drei Jahrzehnte noch einmal in einigen Zeilen Revue passieren. „Beim Dieter haben wir gern gegessen. Wir werden ihn niemals vergessen.“

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