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Pinneberg : „Wooden Pal“ - Schüler als Unternehmensgründer

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

17 Johannes-Brahms-Schüler haben im Rahmen eines Planspiels die Firma „Wooden Pal“ gegründet.

Pinneberg | Sie verschwenden keine Zeit, schließlich steht das Weihnachtsgeschäft vor der Tür: Seit September wagen 17 Schüler und Schülerinnen der Pinneberger Johannes-Brahms-Schule (JBS) mit einer Firmengründung den Schritt in die Berufswelt – im Rahmen eines Planspiels zwar, deshalb jedoch nicht minder motiviert.

„Alle stehen voll dahinter und sind sehr engagiert“, sagt Luca Beermann, die als Vorstandsvorsitzende des Unternehmens „Wooden Pal“ bestimmt wurde und sich die Arbeit in der Chefetage mit ihrem Stellvertreter Paul Neumann teilt.

Die Idee hinter „Wooden Pal“: auf der Basis von Europaletten Gegenstände zu entwerfen, die den Menschen das Leben erleichtern. „Wir bauen hölzerne Begleiter für den Alltag“, erklärt Beermann, „wie Schlüsselbretter, Blumenkästen, Zahnputzhalter und Utensilienblöcke“. Dabei ist der Name Programm. „,Wooden’ für hölzern, ,Pal’ für Kumpel oder Palette“, erklärt Neumann den Gedanken hinter der Namensgebung.

Viel Zeit und Geist stecken in dem Projekt. Mit Schuljahresbeginn begannen die Johannes-Brahms-Schüler im Alter von 16 bis 18 Jahren mit der Ideensuche, entwickelten und entschieden sich im Laufe des Monats für die Geschäftsidee. Seit Ende September ist „Wooden Pal“ bei Junior Projekt registriert. Ziel der vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln initiierten Junior gGmbH ist es, Schülern über Planspiele das Thema Wirtschaft näherzubringen. Produktentwicklung, Verwaltung, Finanzen und Buchführung sowie Marketing – alles liegt in Schülerhänden. 50 Arbeitsstunden pro Teilnehmer müssen registriert werden, jede einzelne wird mit 25 Cent vergütet, Steuern sind zu entrichten, die Produktion ist zu bezahlen.

In der aktuellen Phase des Projekts geht es vor allem darum, 90 Anteilsscheine zu je zehn Euro zu verkaufen, um das erforderliche Startkapital von 900 Euro zu sichern. Außerdem befinden sich die Pototypen für die Produktpalette, die die JBS-Schüler nach Möglichkeit erweitern wollen, in der abschließenden Fertigung. Dabei setzt „Wooden Pal“ auf die zentralen Aspekte Regionalität und Nachhaltigkeit: Die ausrangierten Europaletten stammen von einer örtlichen Baumschule, produziert wird im Geschwister-Scholl-Haus.

Die künftigen „Wooden Pal“-Produkte sollen selbstredend nicht ohne vorherige Markt- und Zielgruppenanalyse angeboten werden. „Das ist schon eine ganze Menge, was da auf uns zukommt“, sagt Neumann, „wir investieren viel Zeit.“

An der Johannes-Brahms-Schule nimmt der Nachwuchs seit 2009 an dem Projekt teil. Vom Mehrwert ist Lehrerin Christiane Seifert überzeugt: „Die Schüler müssen Hand in Hand arbeiten. Eigenständigkeit und verantwortungsvolles Arbeiten sind gefordert. Das sind Dinge, auf die wir Wert legen.“

In den vergangenen Jahren verbuchte die JBS damit auf Landesebene Erfolge: Zuletzt platzierte sie sich auf Rang zwei, 2010 gewann sie den Wettbwerb sogar. „Insofern können wir schon etwas vorweisen“, sagt Seifert nicht ohne Stolz.

Auch „Wooden Pal“ soll ins Rennen gehen, dafür arbeiten alle Beteiligten. Doch bis dahin ist es noch ein Stück. So kündigt Vorstandsvorsitzende Luca Beermann an: „Erstmal wollen wir unsere Produkte auf lokalen Weihnachtsmärkten anbieten.“ Das Weihnachtsgeschäft lässt sich kein Unternehmen gern entgehen.

Um das von Junior Projekt vorgegebene Startkapital von 900 Euro zu gewährleisten, verkaufen die Johannes-Brahms-Schüler derzeit 90 Anteilsscheine zu einem Stückpreis von zehn Euro, pro Person allerdings nur einen. Darüber hinaus sucht die Projektgruppe noch nach einem Paten oder einer Patin aus der regionalen Wirtschaft, der oder die der Firma „Wooden Pal“ für Ratschläge zur Verfügung steht. Wer Interesse am Kauf und/oder an entsprechender Unterstützung hat, kann sich per E-Mail an Luca Beermann (l.beermann@web.de) wenden oder sich vor Ort informieren. Die 17 Schüler treffen sich immer montags um 14.30 Uhr im Geschwister-Scholl-Haus, Bahnhofstraße 8.
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erstellt am 29.Okt.2014 | 14:15 Uhr

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