Amt Moorrege : Wohnraum für Flüchtlinge gesucht

Für 25 Jahre Dienst als Amtsvorsteher ehrte Hans-Peter Lütje (v. l.) Walter Rißler. Amtsdirektor Rainer Jürgensen gratulierte als Erster.
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Für 25 Jahre Dienst als Amtsvorsteher ehrte Hans-Peter Lütje (v. l.) Walter Rißler. Amtsdirektor Rainer Jürgensen gratulierte als Erster.

Frage der Unterbringung bewegt Amt Moorrege. Walter Rißler für 25 Jahre als Amtsvorsteher geehrt. Jahresrechnung 2014 geht auf.

shz.de von
10. Juli 2015, 17:00 Uhr

Moorrege | Das Thema Flüchtlingsunterbringung hält das Amt Moorrege auf Trab. Während der Ausschusssitzung am Mittwochabend wurde deutlich, dass dem Amt Moorrege bisher insgesamt 180 Flüchtlinge und Asylbewerber zugewiesen worden sind, die in 29 Immobilien untergebracht wurden.

Walter Lorenzen, Vorsitzender der SPD-Fraktion in Appen, kritisierte den Zustand einiger Wohnungen. Amtsdirektor Rainer Jürgensen räumte ein: „Ich muss leider manchmal Wohnungen annehmen, die grenzwertig sind.“ Er sagte aber auch: „Irgendwie kriegen wir das immer hin. Vor allem wenn ehrenamtliche Helfer aktiv werden, wird es schnell wohnlich.“ Bisher müsse er keine Wohnungen zu überteuerten Preisen anmieten. Generell sei er immer auf der Suche nach Wohnraum.

„Seit ich vor sechs Jahren hier im Amt angefangen habe, hat sich die Einwohnerzahl immer nach oben entwickelt“, sagte Jürgensen. Waren es am 1. Mai 2009 noch 18.527 Bürger, die das Amt Moorrege betreute, zählte es zum 31. Dezember 19.038 Einwohner. „Sie haben selbst schon Baugebiete ausgeschrieben und wissen, wie schnell die Flächen vergeben sind“, sagte Jürgensen im Hinblick auf die Flüchtlingsproblematik. Aufgrund des Verteilerschlüssels erhalte der Kreis Pinneberg die meisten Flüchtlinge, habe aber aufgrund der Nähe zu Hamburg den geringsten Anteil an freiem Wohnraum.

Lorenzen stellte Nachfragen dazu, wie mit Flüchtlingen verfahren werde, nachdem der Kreis Pinneberg den Vertrag mit dem Migrationsverein Diakonie gekündigt hatte, der sich zentral um die Flüchtlingsbetreuung gekümmert hatte (diese Zeitung berichtete). Jürgensen sagte dazu: „Was wir mit den 900 Euro pro Flüchtling machen, kann ich Ihnen noch nicht sagen. Das müssen wir noch intern und mit entsprechenden Trägern beraten.“

Stellvertretenden Schiedsmann gewählt

Als weiteren Punkt auf der Tagesordnung verabschiedete der Amtsausschuss die Jahresrechnung für das Jahr 2014, die auf der Einnahmen- und Ausgabenseite jeweils einen Betrag von 3.390.085,60 Euro aufwies.

Zudem stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig für die Neufassung der zuletzt 1992 geänderten Geschäftsordnung und die Einrichtung eines Berichtswesens durch das Amt Moorrege. Herbert Jürgens aus Neuendeich wurde in Abwesenheit für fünf Jahre zum neuen stellvertretenden Schiedsmann gewählt und wird Nachfolger von Klaus-Hermann Früchtenicht, der sich nach fünf Jahren nicht erneut zur Wahl gestellt hatte.

Vor Beginn der Ausschusssitzung war zudem Walter Rißler (CDU), Amtsvorsteher des Amts Moorrege und Bürgermeister der Gemeinde Holm, für seine 25 Jahre andauernde Tätigkeit als Amtsvorsteher geehrt worden. Wie sein Stellvertreter Hans-Peter Lütje, Fraktionsvorsitzender der CDU Appen, verdeutlichte, sei Rißler zudem seit 33 Jahren im Amtsausschuss tätig – von 1978 bis 1982 und nach zwei Jahren Pause von 1984 durchgängig bis heute. Zudem gehöre er dem Hauptausschuss seit 29 Jahren durchgängig an. Lütje sagte: „Du standst immer in der ersten Reihe und hast immer den Kopf hingehalten. Dafür danken wir dir im Namen des Amtsausschusses und aller Bürger.“
 

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