zur Navigation springen

Mehr Unterkünfte : Wohin mit den Flüchtlingen?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Rellinger Finanzausschuss muss Nachtragshaushalt genehmigen. Bis Jahresende 150 Asylbewerber.

Der Haushalt für 2015 wurde im November 2014 einstimmig auf den Weg gebracht. 25,8 Millionen Euro Einnahmen stehen 26,2 Millionen Euro Ausgaben gegenüber. Doch am Dienstag, 10. Februar, müssen die Mitglieder des Finanzausschusses ab 19 Uhr im Rathaus nachsitzen: Sie sind gefordert, einen ersten Nachtrag in Höhe von mehr als 1,8 Millionen Euro dem Rat zu empfehlen.

Die Begründung liefert die Verwaltung in nüchternen Worten: „Der erste Nachtragshaushaltsplan 2015 wird erforderlich, weil für die notwendige Anschaffung von weiteren Wohncontainern für Asylbewerber Mittel im Ursprungshaushalt 2015 noch nicht bereitgestellt wurden. Die Zahl der Asylbewerber steigt stetig.“ In Zahlen bedeutet das: „Der Finanzplan im Gesamtbetrag der Auszahlungen aus Investitionen soll von bisher 2,8 Millionen Euro um 1,8 Euro auf nunmehr 4,6 Millionen Euro erhöht werden.“ Die gute Nachricht liefert die Verwaltung gleich mit: „Die Aufnahme von Krediten ist nicht erforderlich.“

Investieren, um Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen. Das ist die große Herausforderung, der sich Rellingen stellen muss. Konkret heißt das: 62 Asylbewerber sind zurzeit der Gemeinde zugewiesen. Die Prognosen bis zum Jahresende sorgt für nachdenkliche Gesichter bei Politik und Verwaltung: Erwartet werden 150 Flüchtlinge. Deshalb laufen die Überlegungen darüber, welche weiteren Grundstücke in Frage kommen könnten, auf Hochtouren. Bislang wurden die Unterkünfte an der Tangstedter Chaussee kürzlich bezogen, der Standort an der Pinneberger Straße mit einem Containerkomplex für 48 Personen – Kosten: 940.000 Euro – soll im September fertig sein.

Im jüngst tagenden Ausschuss für Soziales hat die Verwaltung einen weiteren Standort für bis zu 48 Flüchtlinge vorgeschlagen: das Grundstück Hans-Reumann-Straße 5. Dort befindet sich bereits eine gemeindeeigene Obdachlosenunterkunft, ein Schlichtbau mit acht Räumen und zwei einzelnen Ein-Raum-Wohncontainern.

Doch die Politik zögert. Zunächst soll eine Überprüfung bei der Kreisbehörde ergeben, was baurechtlich möglich ist. Und ob eine Unterbringung von Obdachlosen und Asylbewerbern auf Augenhöhe glücklich ist, wird eher skeptisch gesehen. Die Verwaltung muss nachsitzen und Alternativstandorte im Bereich Krupunder suchen.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 07.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen