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Hetlinger Klärwerk : Wohin mit dem Klärschlamm?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Abwasserzweckverband (AZV) Südholstein prüft drei Varianten - auch eine Verbrennungsanlage ist wieder eine Option.

von
erstellt am 09.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Als im vergangenen Jahr die Trocknunsanlage des Hetlinger Klärwerks stillgelegt werden musste, war der Ärger in der Gemeinde groß. Denn: Der Klärschlamm muss nun mit Lkw abtransportiert werden, die dafür vermehrt durch Hetlingen fahren müssen. Das Thema stand daher bei der Versammlung des zuständigen Abwasserzweckverbands (AZV) Südholstein weit oben auf der Tagesordnung.

"Ich hoffe, dass wir die Querelen aus dem vergangen Jahr bald vergessen können", leitete Roland Krügel, Vorsitzender des Verwaltungsrates und Bürgermeister von Tornesch, die Sitzung ein. Derzeit prüfe der AZV mehrere Konzepte, um das Klärschlamm-Problem zu lösen, sagte Vorstand Lutz Altenwerth. Dafür gebe es mehrere Optionen.

Drei Varianten für Klärschlammentsorgung

Erstens: Der Abstransport mittels Lkw bleibt bestehen. Zweitens: Der AZV kooperiert mit Klärwerken in Lübeck und Kiel für eine zentrale Verbrennungsanlage. Drittens: Der Neubau einer Verbrennungsanlage zur Klärschlammentsorgung auf dem Gelände in Hetlingen. Zudem ist der Neubau einer Trocknungsanlage geplant.

Bereits im Jahr 2008 hatte der AZV den Bau einer Verbrennungsanlage ins Auge gefasst – scheiterte aber am Widerstand in Bevölkerung und Politik. Auf Nachfrage dieser Zeitung sagte Altenwerth: "Noch gibt es keine Realisierungspriorität für eine der drei Optionen – doch sinnhaft wäre eine kommunale Kooperation auf Landesebene."

Sollte es dennoch zu der Variante kommen, eine Verbrennungsanlage auf dem AZV-Gelände zu bauen, würde er die Hetlinger schon überzeugen – gerade was die Frage der Abgase angehe. "Die Werte wären unproblematisch, denn: Es wäre eine Mono-Verbrennungsanlage, wir wüssten genau, was reinkommt", sagte Altenwerth.

Für den Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler in Hetlingen, Michael Rahn, wäre eine Verbrennungsanlage nach wie vor keine Option: "Ich sehe keine Änderung zum Stand von vor sechs Jahren", sagte Rahn. Sollte der AZV sich für diese Variante entschließen, wäre es mit Sicherheit wieder ein Aufreger im Ort.

Fortschritte bei zwei Großprojekten

Bei der Versammlung ging es zudem um den Wirtschaftsplan des AZV für das Jahr 2014. Dieser sieht Investitionen in Höhe von 11,5 Millionen Euro vor. 3,6 Millionen fließen in das Hetlinger Klärwerk, 6,5 Millionen in das Kanalnetz und 1,4 Millionen in sonstige Bereiche.

Ein AZV-Großprojekt soll in diesem Jahr fertiggestellt werden: Der sogenannte Nebensammler Nord, ein großer Sammlerkanal, der das Abwasser der Städte Elmshorn, Tornesch und Uetersen sowie der Gemeinden Klein Nordende, Heidgraben und Moorrege zum Klärwerk Hetlingen leitet. Die Sanierung kostete insgesamt zirka 14 Millionen Euro.

Ein weiteres Projekt: Die mechanische Abwasserreinigung auf dem Hetlinger Werksgelände soll modernisiert werden. Dieser Prozess soll zirka dreieinhalb Jahre dauern und zirka 16,5 Millionen Euro kosten.

Altenwerth konnte darüber hinaus verkünden, dass die Schmutzwassergebühr in diesem Jahr mit 1,17 Euro pro Kubikmeter eingeleiteten Schmutzwassers für die Kommunen konstant bleibe.

Zudem stimmte die Verbandsversammlung dem Antrag von Helgoland zu. Die Stadt wollte als 41. Mitglied im AZV aufgenommen werden. "Es steht also fest: Der AZV geht auf die Insel", sagte Krügel.

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