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Parkplätze und mehr : Wochenmarkt in Pinneberg: „Es gibt nur Probleme“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Marktbeschicker auf dem Pinneberger Wochenmarkt klagen. Es fehlten Parkplätze – und oft auch der Marktmeister.

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erstellt am 11.Mär.2016 | 08:00 Uhr

Pinneberg | Die Händler vom Wochenmarkt in Pinneberg sind unzufrieden. Zum einen, weil Parkplätze fehlen. Die Kunden können ihre Autos nicht abstellen, bleiben lieber weg. Zum anderen tauchen im Umfeld des Pinneberger Wochenmarkts vermehrt Bettler auf. Und der Marktmeister ist auch nicht da, wenn man ihn braucht. So lauten die Vorwürfe der Marktbeschicker. Unmut macht sich bei ihnen breit.

 

Probleme auf dem Pinneberger Wochenmarkt? Das ist Lucia Noffkes Stichwort. „Es gibt nur Probleme!“, schießt es aus ihr heraus. Sie bleibe auf ihren Kisten mit Stiefmütterchen sitzen. „Die nimmt keiner mit, weil das Auto zu weit weg steht oder die Leute mit dem Fahrrad hier sind. Es gibt einfach keine nahe gelegenen Parkplätze“, wettert die 63-Jährige. Die Blumenhändlerin ist herb enttäuscht vom Marktmeister. „Der zeigt hier gar keine Präsenz mehr. Er ist nur einmal morgens kurz da“, sagt sie. „Aber, dass hier gebettelt wird und man Angst um seine Kasse hat, das ist egal.“ In Wedel gebe es einen Marktmeister, der ein eigenes Häuschen am Wochenmarkt habe, immer vor Ort sei. So etwas fehle in Pinneberg. Noffkes vernichtendes Fazit lautet deswegen: „Wir fühlen uns hier alleingelassen.“

Aber auch die Discounter sind für sie ein sensibles Thema: „Das ist fürchterlich! Jeder soll seine Sache verkaufen. Der Blumenhändler die Blumen, der Bäcker die Brötchen und der Fischimbiss den Fisch.“ Stattdessen bleibe Noffke, selbst seit 42 Jahren auf den Wochenmärkten im Kreis Pinneberg unterwegs, nun auf ihren Vierländer-Tulpen sitzen. „Dabei kommen die aus der Nähe von Hamburg, aus der Region – und nicht irgendwo aus Holland.“

„Wo ist der Marktmeister?“, fragen Blumenhändlerin Lucia Noffke (r.) aus Uetersen und ihre Mitarbeiterin Silke Eggerstedt.
„Wo ist der Marktmeister?“, fragen Blumenhändlerin Lucia Noffke (r.) aus Uetersen und ihre Mitarbeiterin Silke Eggerstedt. Foto: Oster

Auch Stefan und Manuela Brütt aus Moorrege beklagen Einnahmeeinbußen. Seit 20 Jahren ist der Gemüsehändler Brütt in Pinneberg vertreten. Spätestens seitdem Aldi, Lidl und Co auf frisches Obst und Gemüse setzen, sind sie zur bedrohlichen Konkurrenz für Deutschlands Wochenmärkte geworden. „Beim Discounter kosten zum Beispiel Radieschen nur 29 Cent – wo kommt so ein Preis her?“, fragt Manuela Brütt entrüstet. Die Preispolitik kann sie verstehen, aber nicht nachvollziehen. Den Mengenrabatt, den die großen Discountmärkte bekommen, von dem könne sie nur träumen. „Ich muss die Radieschen für einen Einkaufspreis von 42 Cent nehmen. Wenn ich sie dann für 75 Cent weiterverkaufe sind manche Kunden empört, wollen lieber den Discountpreis.“ Trotzdem bemerke sie, dass viele Kunden den Trend zur Frische vom Markt wieder für sich entdecken.

Neben den mangelnden Parkplätzen gebe es aber noch ein weiteres Problem: „Klar ist es toll, dass der Summerjazz, der Weihnachtsmarkt und andere Veranstaltungen angeboten werden. Aber wir beleben das ganze Jahr über den Pinneberger Marktplatz und müssen dafür weichen“, sagt Manuela Brütt. Auch andere Marktbeschicker teilen ihre Unzufriedenheit. „Viele Kunden beschweren sich darüber, dass es keine Parkplätze gibt“, bestätigt Mirko Schuh. „Und nun kommt zwar bald das Parkhaus der VR-Bank, aber da wollen ja auch viele nicht drin parken.“ Knöpfe, Reißverschlüsse und allerlei Kurzwaren verkauft er schon seit 21 Jahren Woche für Woche in Pinneberg. Auch die Uhrzeiten des Markts seien ein Problem. Weil sie dienstags, donnerstags und sonnabends unterschiedlich sind, kommen die Kunden durcheinander. Und bleiben lieber weg. Die Käseverkäuferin Heike Ellerbrook beklagt: Seit etwa fünf Jahren nimmt die Kundenzahl ab. Woran das liegt? „Die Baustellen drum herum sind schon ein Riesen-Problem für uns“, sagt die 46-jährige Fachverkäuferin.

Die Marktbeschicker setzen also auf das neue Parkhaus. Und hoffen, dass der Marktmeister sich wieder mehr zeigt. Laut Informationen unserer Zeitung sollen ihm, als Angestellter der Stadt, Stunden gestrichen worden sein. Dem widerspricht Rathaussprecher Marc Trampe. „Das ist mir neu“, sagt er stutzig. „Aber der Marktmeister hat auch andere Aufgaben für die Stadt. Jedoch ist der Weg vom Rathaus zum Markt nicht weit. Bei Problemen ist er schnell dort.“

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