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Pinneberg : Wo das Ehrenamt ein rotes Kreuz trägt

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mittagstisch, Spiele und Tanz: Im DRK-Treffpunkt an der Berliner Straße geht es familiär zu.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Es duftet nach frischem Kaffee. An der Wand hängen Aquarelle. Alle Tische sind besetzt. Mit Zockern, die ihresgleichen gesucht und gefunden haben – im DRK-Treffpunkt an der Berliner Straße. Der Spielenachmittag ist nur eines von vielen Angeboten, die das Rote Kreuz bereithält. Ein Team von neun ehrenamtlichen Helfern hält den Betrieb am Laufen. „Einige unserer Besucher kommen sogar aus Thesdorf“, weiß Susi Wohlers, die den Treffpunkt seit seit fünf Jahren leitet.

Bedarf an weiteren Helfern gebe es eigentlich immer, sagt die Teamchefin, die quasi mit dem Roten Kreuz verheiratet ist. Um die 14 Stunden pro Woche ist Wohlers im Einsatz. Ohne sie stünde es schlecht ums Gaumenerlebnis: „Im Jahr 2013 habe ich insgesamt 286 Torten gebacken.“

Donnerstags wird im Treffpunkt ein Mittagstisch angeboten, zuvor trifft sich morgens eine Pilates-Gruppe. Zudem wird regelmäßig zum so genannten Frühstück mit Freunden eingeladen. Gila Klein kümmert sich um die Bingo-Nachmittage, einen echten Renner im DRK-Treff. „Unser Sorgenkind ist der Klönnachmittag mit Gelegenheit zum Tanzen“, sagt Wohlers. Sie hofft, dass künftig mehr Menschen Mut finden, mittwochs ab 14.30 Uhr vorbeizukommen. „Wir nehmen jeden mit viel Wärme und Freundlichkeit auf“, so Gila Klein. „Bei uns wird sofort geduzt.“

Besuchen kann den behindertengerecht ausgestatteten Treffpunkt an der Berliner Straße jeder. Es gibt keine Altersbeschränkungen. „Wir sind keine Senioreneinrichtung“, sagt Wohlers. Und was motiviert die Damen vom DRK, so viel ihrer Freizeit aufzuwenden? „Diese Arbeit macht unheimlich viel Spaß“, antwortet Klein. „Wir bekommen viel zurück.“

Wohlers kann sich ein Leben ohne Rotes Kreuz gar nicht mehr vorstellen. Sie ist seit 47 Jahren aktiv. In ihrer Familie sei Ehrenamt ein Fixpunkt: „Mein Mann war 30 Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr.“ Auch die beiden Kinder seien im Roten Kreuz aktiv.

Den DRK-Treffpunkt gibt es bereits seit 1982. Schon seit Jahren träumt Wohlers davon, zudem einen Rotkreuzladen zu eröffnen. In einer Art Sozialkaufhaus könnten Spenden verkauft werden, um die Kasse des Pinneberger DRK aufzufüllen. Ein Konzept, das in Dänemark Anwendung findet.

Aktuell lebt der Ortsverein hauptsächlich von der Altkleidersammlung. Container stehen am Marktplatz, an der Bismarckstraße, am Rehmen sowie auf dem DRK-Gelände am Hafen. Allerdings machten private Altkleidersammler mit ihren Containern immer mehr Konkurrenz, so Wohlers. „Spender sollten wissen, dass unsere Gewinne in die Arbeit fließen und somit im Ort bleiben.“ Finanziell sei das Pinneberger DRK derzeit solide aufgestellt, weiß Wohlers. Allerdings hätten sich die Mitgliederzahlen seit den 1980er Jahren von seinerzeit 2000 auf etwa 400 reduziert. „Es wird immer schwieriger, junge Menschen zu begeistern.“ Mindestens 30 Euro pro Jahr kostet die Mitgliedschaft im Roten Kreuz.

An der Spitze des Pinneberger DRK-Ortsvereins klafft seit einigen Monaten eine Lücke. Während der Hauptversammlung hatte sich kein Vorsitzender gefunden. Den Job mach Wohlers aktuell nebenbei mit. Sie hofft auf Bewerber: „Das muss kein Insider sein, wir würden für eine Einarbeitung sorgen.“ Wer im Vorstand des Ortsvereins mitarbeiten will, erreicht sie unter der Telefonnummer 04101-22229.

Der Mittagstisch (Hauptspeise und Dessert für 3,50 Euro)  wird im Treffpunkt donnerstags ab 12 Uhr angeboten, Anmeldungen werden jeweils bis Mittwoch  unter der Rufnummer (04101) 537760 entgegengenommen. Freitags um 10 Uhr trifft sich alle 14 Tage (gerade Woche) eine Gruppe zum gemeinsamen Gedächtnistraining, auch dienstags (ungerade Woche) gibt es ein solches Angebot. Gymnastik findet mittwochs ab 10 Uhr statt, Pilates donnerstags ab 9.15 Uhr. Anmeldungen und nähere Informationen bei Susi Wohlers unter 04101-22229.
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